
Münsters Bischof Felix Genn weist in einem Schreiben darauf hin, dass weder er noch sonst jemand im Bistum die Ergebnisse vorher sieht. Er werde sich am 17 Juni dazu äußern, wenn er die Studie gelesen hat.
Bischof Genn: "Besser vorbereitet sein"
Genn sagt, es sei wichtig, dass auch Hauptamtliche und Freiwillige in den Kirchengemeinden das tun, um gut informiert zu sein und passend zu reagieren. Ihm sei sehr bewusst, dass sie oft schon heute in Mithaftung genommen würden für Untaten und Verhaltensweisen, die sie nicht zu verantworten hätten. Nach der Veröffentlichung der Studie werde das vielleicht noch einmal zunehmen.
Team der Uni Münster hatte freie Akteneinsicht
Als Bischof von Münster sehe er sich auch in der Verantwortung, die Ursachen sexuellen Missbrauchs zu bekämpfen und Lehren daraus zu ziehen. Die Forscher:innen hätten direkten und uneingeschränkten Zugang zu allen Akten gehabt, die sie untersuchen wollten. Auch die Entscheidung, wann und wie sie die Ergebnisse der Aufarbeitung veröffentlichen, liege einzig und allein in ihrer Verantwortung.
Genn erwartet keine Überraschung
Schon bei der Vorstellung der Zwischenergebnisse im Dezember 2020 hatten sie von einem deutlichen Führungs- und Kontrollversagen der Bistumsleitung berichtet und dieses früheren Bischöfen und Generalvikaren des Bistums zugeordnet. Insofern erwartet Genn keine Überraschung, zumal auch Untersuchungen aus anderen Bistümern zu eindeutigen Ergebnissen kämen. Konsequenzen werde er daher auch nicht erst nach dem 17. Juni ziehen. Das laufe jetzt schon und werde dann weiter gehen. Für den Fall, dass Missbrauch in einzelnen Pfarreien durch die Studie bekannt wird, sagt der Bischof diesen die Unterstützung des Bistums zu.