
Tag der Milch: Viele Höfe geraten unter Druck
Heute (Mo., 01.06.), am Tag der Mich, lenkt der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband den Blick auf die Lage der Milchviehbetriebe in Westfalen-Lippe. 2.688 Höfe mit fast 200.000 Milchkühen sichern hier die regionale Versorgung. Sie liefern jeden Tag Milch an Molkereien in der Region. Dort entstehen Frischmilch, Butter, Sahne, Joghurt, Quark und Käse. Für viele Menschen gehört das ganz selbstverständlich zum Alltag. Umso wichtiger ist der Blick hinter die Kulissen: Die Milch aus Westfalen-Lippe bleibt gefragt, doch viele Betriebe kämpfen mit steigenden Kosten. Nach Zahlen des WLV bekommen die Höfe aktuell rund 38 Cent pro Kilogramm Milch. Gleichzeitig zahlen sie deutlich mehr für Energie, Futter und Technik als noch vor einigen Jahren.
Steigende Kosten setzen die Milchbauern unter Druck
Der Milchpreis hat sich nach dem Rückgang im Winter etwas erholt. Trotzdem reicht das nach Einschätzung des Verbands für viele Höfe nicht aus. Die laufenden Ausgaben bleiben hoch, dazu kommen neue Auflagen und viel Bürokratie. Genau das bringt viele Milchviehbetriebe an ihre Grenzen. WLV-Präsident Hubertus Beringmeier warnt vor den Folgen: Immer mehr Höfe stehen unter wirtschaftlichem und politischem Druck. Viele Bäuerinnen und Bauern fragen sich, wie sie unter diesen Bedingungen langfristig weitermachen sollen. Wenn Kosten steigen, Auflagen zunehmen und politische Entscheidungen unsicher bleiben, wächst auch der Druck auf die Betriebe.
Regionale Milch bleibt wichtig für Westfalen-Lippe
Gleichzeitig zeigt der Verband, wie wichtig die Milchviehhaltung für die Region bleibt. Kühe auf der Weide stehen für viele Menschen für Heimat, Landwirtschaft und gepflegte Kulturlandschaft. Dazu kommt: Nordrhein-Westfalen liegt nach WLV-Angaben bei Weidehaltung und höheren Tierwohlstufen bundesweit weit vorne. Für uns in der Region heißt das: Regionale Milch kommt nicht einfach so ins Regal. Hinter jedem Liter stehen Höfe, die täglich arbeiten und gleichzeitig mit immer schwierigeren Bedingungen umgehen müssen. Der WLV fordert deshalb klare politische Regeln, weniger Bürokratie und mehr Planungssicherheit, damit nicht noch mehr Milchviehbetriebe in Westfalen-Lippe aufgeben.