
Metelen: Industrie fordert mehr Tempo von der Politik
Der Druck auf die Industrie im Kreis Steinfurt wächst. Knapp 37.000 Menschen arbeiten hier in der Industrie - etwa so viele, wie in Emsdetten leben. Das sind fast 22 Prozent aller Arbeitsplätze im Kreis. Doch hohe Energie- und Arbeitskosten, geopolitische Unsicherheiten und die schwache Konjunktur setzen viele Betriebe unter Druck. Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen in Münster haben Unternehmen im Kreis Steinfurt zwischen 2022 und 2025 rund 1.900 Industriearbeitsplätze abgebaut. Bei einer Sitzung des IHK-Regionalausschusses in Metelen haben Unternehmer deshalb mehr Tempo von der Politik verlangt. Aus ihrer Sicht braucht die Wirtschaft schnellere Entscheidungen, damit Unternehmen verlässlich planen, investieren und Arbeitsplätze sichern können.
Energie, Wettbewerb und Arbeitsplätze im Fokus
Der IHK-Regionalausschuss tagte bei der Windpark Schöppinger Berg GmbH & Co. KG in Metelen. Dort ging es vor allem um die Frage, wie Unternehmen bezahlbare Energie sichern und im internationalen Wettbewerb bestehen können. Die Betreiber des Bürgerwindparks zeigten, welchen Beitrag erneuerbare Energien für eine verlässliche Energieversorgung und den Umbau der Wirtschaft leisten können. Der Kreis Steinfurt gilt aus Sicht der IHK als eines der industriellen Zentren in Nord-Westfalen. Zugleich machte der Ausschuss deutlich, wie groß der Handlungsdruck ist. Nach Einschätzung der Wirtschaft braucht es politische Entscheidungen, die mit dem Tempo der Unternehmen mithalten. Nur so ließen sich Wertschöpfung, Beschäftigung und Zukunftsperspektiven in der Region sichern.
IHK: "Energiewende und Wettbewerbsfähigkeit zusammen denken"
Auch die IHK drängt auf schnelle Schritte. Die Politik habe den Ernst der Lage erkannt, jetzt müsse sie die angekündigten Maßnahmen zügig umsetzen und die Unternehmen spürbar entlasten. Aus Sicht der IHK ist es Zeit, Energiewende und Wettbewerbsfähigkeit zusammen zu denken. Der IHK-Regionalausschuss für den Kreis Steinfurt vertritt mit rund 50 ehrenamtlich tätigen Unternehmerinnen und Unternehmern die Stimme der gewerblichen Wirtschaft in der Region. Das Gremium befasst sich mit wirtschaftlich wichtigen Projekten und Themen im Kreis und berät die IHK Nord Westfalen bei regionalen Fragen.