
Home Office war bis Corona eine Art Notlösung - zum Beispiel, wenn die Kinder krank sind. In diesem Jahr war fast jeder dritte Arbeitnehmer im Home Office - in Bürojobs sind es sogar zwei von drei Arbeitnehmern. Das sind doppelt so viele wie im letzten Jahr.
Vor- und Nachteile
Mehr als die Hälfte von ihnen wünscht sich auch nach Corona regelmäßiges Home Office. Das Arbeiten in der eigenen Wohnung hat nämlich Vorteile: Zum Beispiel spar ich mir den Arbeitsweg. Das heißt: Mehr Freizeit und weniger Kosten, weil ich Benzin oder das Geld für Bus und Bahn spare. Außerdem stört mich zuhause keiner der Kollegen.
Der Nachteil: Ich habe mehr Ablenkung durch andere Dinge. Die Kinder zum Beispiel ist im Zweifel egal, ob ich mich gerade auf etwas konzentriere oder nicht. Abgesehen davon: Alleinstehende sind dann auch den ganzen Tag allein. Auf Dauer ist das auch nicht gut.
Beispiel Kreissparkasse Steinfurt
Vor Corona gab es bis zu 70 Mitarbeiter der Kreissparkasse, die im Home Office waren - in der Regel, weil es nicht anders ging. Das hat sich in der Krise deutlich verändert. Inzwischen haben bis zu 250 Mitarbeiter ihr Büro in der eigenen Wohnung. Auch wenn Home Office nicht in jedem Bereich funktioniert, ist der Vorstand der Sparkasse zufrieden. Man sei dabei, Pläne für die Zeit nach Corona zu erstellen, um den Mitarbeiter mehr Home Office zu ermöglichen.
Das Recht auf Home Office
Die Bundesregierung plant, den Zugang zum Home Office zu erleichtern: Lehnt ein Chef einen Antrag auf Home Office ab, ist er künftig verpflichtet, das schriftlich zu begründen. Der DGB in Münster begrüßt die Idee. Doch es fehlen ihm wichtige Punkte: Zum Beispiel sollte die Arbeitszeit genauso erfasst werden wie im Büro, damit auch die Bezahlung stimmt.