Anzeige
Mehr Freiheiten für Geimpfte?
© Münsterland e.V.
Teilen:

Mehr Freiheiten für Geimpfte?

Münsteraner Experten mahnen zur Geduld

Veröffentlicht: Montag, 03.05.2021 12:35

Anzeige

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe und die Uniklinik Münster warnen davor, die Corona-Auflagen für Geimpfte und Genesene zu schnell zurückzunehmen. Das gefährde das bisher Erreichte beim Eindämmen der dritten Welle. Den Expert:innen geht es auch darum, eine Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden. Die Menschen bräuchten trotz der bisherigen Impffortschritte noch Geduld. Es sei wichtig, weiter sorgfältig miteinander umzugehen.

Anzeige

Diese Woche berät das Bundeskabinett über mögliche Lockerungen

Anzeige

Die Expert:innen schalten sich damit in die Diskussion über mehr Rechte für Geimpfte und Genesene ein. In dieser Woche berät das Bundeskabinett über mögliche Erleichterungen für sie. Bundesjustiz- und Bundesinnenministerium arbeiten an einer entsprechenden Bundesverordnung. Ende Mai beraten Bundestag und Bundesrat abschließend darüber. Ab Juni würden die neuen Regeln greifen. Einzelne Bundesländer streben bei diesem Thema noch schnellere Lösungen an.

Anzeige

Ärztekammer-Präsident Gehle: "Eine Frage der Solidarität"

Anzeige

Ärztekammer-Präsident Hans-Albert Gehle sieht das anders: Für ihn ist es „eine Frage der Solidarität, erst einen hohen Grad der Durchimpfung abzuwarten und bis dahin die Pandemie gemeinsam durchzustehen“. Von den Geimpften wünscht Gehle sich Gehle Rücksichtnahme, da sich ansonsten Nicht-Geimpfte, wie etwa jüngere Menschen, eventuell nicht mehr an die Corona-Regeln hielten. Die Menschen würden dann unachtsam. Die Infektionszahlen seien viel zu hoch, die Intensivstationen zu voll und die Sterbezahlen immer noch zu besorgniserregend, um leichtfertig über Lockerungen zu reden.

Anzeige

UKM-Direktor Van Aken: "Junge Menschen jetzt schneller impfen"

Anzeige

Der Ärztliche Direktor der Uniklinik Münster, Hugo Van Aken, plädiert dafür, insbesondere junge Menschen jetzt schneller und konsequent zu impfen. Gerade bei ihnen sei die Infektionsrate hoch. Es sei Zeit, die Gruppe der unter 30-Jährigen in der Priorisierung nach vorne zu ziehen.

Anzeige

Virologe Ludwig: „Von Durchimpfung noch weit entfernt“

Anzeige

Der Leiter des Instituts für Virologie am UKM, Stephan Ludwig, drängt darauf, das Tempo der Impfkampagne hochzuhalten: „Wir sehen jetzt endlich erste Wirkungen der Impfkampagne. Wir sind also auf dem richtigen Weg.“ Allerdings wirke keine Impfkampagne zu hundert Prozent. Die Infektionszahlen seien immer noch sehr hoch – und ebenso die Gefahr, dass Virusmutanten entstehen, gegen die der Impfstoff nicht mehr wirkt. Ludwig ist für Lockerungen mit großem Augenmaß: „Von einer Durchimpfung sind wir noch weit entfernt.“

Anzeige
Anzeige
Anzeige