
Die Folgen sind noch nicht absehbar, heißt es bei der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen in Münster. Klar sei jedoch, dass mit Wartezeiten und steigenden Preisen zu rechnen sei. Außerdem ist die Produktion in bestimmten Bereichen gefährdet: Maschinen oder Autos, beispielsweise, werden nicht fertig, weil Bauteile oder Textilien fehlen. Ende des Monats wird das auch Thema der regelmäßigen China-Veranstaltung der IHK sein.
Chinas viertgrößter Hafen durch Corona-Auflagen weitgehend lahmgelegt
Wenn sich mehr als 80 Containerschiffe vor einem der größten Häfen Chinas stauen, bringt das Lieferketten bis in unsere Region durcheinander. Container stapeln sich, wo sie nicht gebraucht werden. Dadurch kommen dringend benötigte Waren woanders nicht rechtzeitig an und verteuern sich zusätzlich. Die Frachtkosten für Container von Shanghai nach Europa haben sich versiebenfacht, heißt es bei der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen in Münster.
Zweiter Mega-Stau, seit die Ever Given wie ein Korken im Suezkanal festsaß
Schon die Havarie der Ever Given im Suezkanal im März hatte die Taktung weltweit durcheinandergebracht. Knapp 3.000 Unternehmen im Kammerbezirk betreiben regelmäßig EU-weit Außenhandel, jedes Zweite auch in Übersee, heißt es aus Münster. Die IHK regt an, über Alternativen in Europa nachzudenken. Auch eine Produktion in der Nähe, etwa in Marokko, sei denkbar. Auch die Produktion im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim leidet. Auch dort beziehen gut 130 Unternehmen regelmäßig Waren aus China.
Handel, Industrie und Handwerk haben das Nachsehen
Die neuen Verzögerungen auf internationalen Seehandelsrouten verderben auch Handwerksbetrieben in unserer Region das Geschäft. Das geht schon seit dem Stau am Suezkanal so (RADIO RST hat berichtet). Vor allem Baufirmen und Kfz-Werkstätten werden noch länger auf Material und Ersatzteile warten - und evtl. eine Preisexplosion erleben, heißt es bei der Handwerkskammer Münster. Die hohe Betroffenheit habe sich schon bei der letzten monatlichen Blitzumfrage der HWK gezeigt. Ende des Monats ist die nächste Umfrage. Bei der Handwerkskammer rechnet niemand damit, dass die Lage sich absehbar bessert.