
„Die Gründe für einen Abbruch sind vielfältig", sagt Frank Tischner von der Kreishandwerkerschaft. Dass man feststellt, es ist nicht das Richtige, gebe es auf beiden Seiten. Relativ häufig sei auch ein Wechsel in einen anderen Ausbildungsberuf, vom Tischlerhandwerk in einen Elektro-Betrieb, beispielsweise. Auch das schlägt sich in der Statistik für Abbrüche nieder, obwohl gleichzeitig ein neuer Vertrag zustande kommt.
"Mehr Berufsorientierung = weniger Abbrüche"
Ärgerlich, wenn auch verständlich, findet Tischner, dass Jugendliche immer noch mehrere Verträge unterschreiben, um sich bis zuletzt die Entscheidung offen zu halten. Hauptgrund für Fehlentscheidungen bei der Berufswahl bleibt für ihn die fehlende berufliche Orientierung. Das Handwerk fordert allgemein, dass an den Schulen dazu mehr passiert. Und nicht nur das, meint Tischner: Die Forderung nach mehr Zeit für Praktika verlängert er bis ins Elternhaus: „Den Kindern einfach mal sagen, dass auch ein Praktikum in den Sommerferien hilft, den richtigen Beruf zu finden.“
Tischner sieht den Kreis Steinfurt voll im allgemeinen Trend: Neben den 30% aufgelösten Ausbildungsverhältnissen im Handwerk gebe es auch 30% Studienabbrüche.