
Großkundgebung von Landwirten in Münster
In Münster treffen sich am Donnerstag (04.04.2019) etwa 5.000 Landwirte aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern zu einer gemeinsamen Kundgebung auf dem Domplatz. Unter dem Motto "Bauern brauchen Zukunft, Zukunft braucht Bauern" wollen sie auf aktuelle Probleme in den Betrieben hinweisen. Nach Angaben des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) in Saerbeck kämpfen viele landwirtschaftliche Betriebe in der Region um ihre Existenz. Die aktuellen Vorschläge der Bundesregierung zur Verschärfung des Düngerechts würden eine Reihe kostensteigernder neuer Auflagen für die Landwirte bedeuten. Tierhaltende Betriebe seien besonders betroffen. Viele Familien sehen langfristig keine Perspektive mehr in der Landwirtschaft und denken ans Aufgeben, heißt es in einer Mitteilung des WLV. Gerade der gut ausgebildete Nachwuchs auf den Höfen brauche mehr Planungssicherheit und bessere Zukunftsperspektiven in der Landwirtschaft.
Trecker-Konvoi von Ahaus bis nach Münster
Vor der Kundgebung der Landwirte auf dem Domplatz in Münster setzt sich ein Trecker-Konvoi mit mehr als 150 Teilnehmern von Ahaus im Kreis Borken nach Münster in Bewegung. Die Trecker fahren über die alte B54 bis zum Schlossplatz nach Münster, wo sich die meisten versammeln. Ein Teil davon fährt bis zum Domplatz weiter und ist bei der Kundgebung dabei.
Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner und NRW-Landwirtschaftsministerin Heinen-Esser in Münster
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser haben zugesagt, auf der Kundgebung zu sprechen. Die Landwirte fordern eine faire Diskussion über die Zukunft bäuerlicher Familienbetriebe in Deutschland.
Einige Biobetriebe nehmen bewusst nicht teil
Einige Bio-Landwirte aus der RADIO RST-Region sehen die Kundgebung der Landwirte in Münster kritisch, auch weil Sie selbst kein Problem mit der geplanten Verschärfung des Düngerechts haben.
Wolfgang Bez vom Demeterhof Entrup 119 in Altenberge sagte im RADIO RST-Gespräch, dass selbst ein geändertes Düngerecht die Probleme mit überdüngten Flächen und nitratbelastetem Grundwasser nicht so einfach lösen würden. Seiner Meinung nach ist die Massentierhaltung das Hauptproblem, weshalb er für ein großes Umdenken in der deutschen Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit plädiert.
