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Landwirte protestieren in Münster gegen Düngeverordnung
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Landwirte protestieren in Münster gegen Düngeverordnung

6000 Landwirte aus ganz Deutschland haben in Münster gegen verschärfte Düngeverordnung protestiert

Veröffentlicht: Donnerstag, 04.04.2019 15:24

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6000 wütenden Landwirte protestieren in Münster gegen verschärfte Düngeverordnung

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Gut 6000 Landwirte aus ganz Deutschland haben sich heute (04.04.) in Münster versammelt, um gemeinsam gegen die Verschärfung der Düngeverordnung zu protestieren. Unter dem Motto "Bauern brauchen Zukunft - Zukunft braucht Bauern" haben die Landwirte mehr Verständnis für ihre aktuelle Lage eingefordert. Sprecher der Bauernverbände machten deutlich, dass viele Familienbetriebe, die immer weiter steigenden Anforderungen und steigenden Kosten durch neue Auflagen nicht mehr stemmen könnten. Mit der neuen Düngeverordnung will die Bundesregierung die EU-Vorgaben erfüllen. Zum Schutz des Grundwassers ist geplant, die Menge ausgebrachter Gülle auf den Betrieben nochmal deutlich einzuschränken. 20 Prozent weniger Gülle ausbringen als bisher ist die Forderung der Bundesregierung an die Landwirte. Die Wut der Landwirte über diese verschärften Vorgaben war bei der Großkundgebung auf dem Domplatz in Münster greifbar.

Die Stimmung während der gesamten Veranstaltung war aufgeheizt, die Landwirte reagierten während der Reden auf der Hauptbühne mit lauten Trillerpfeifen, Hupen und Rasseln.

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Die neue Düngeverordnung- ein Angriff auf die Landwirtschaft?

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Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, bezeichnete die neue Düngeverordnung als "Angriff auf die Landwirtschaft". Bauern bräuchten realistische Rahmenbedingen, um weiter gute Lebensmittel produzieren zu können. Sinke die erlaubte Düngemenge auf den Feldern nochmal um 20 Prozent, sei, nach Angaben von Röring, die ausreichende Nährstoffversorgung von Getreide-und Gemüsepflanzen nicht mehr gewährleistet. Die Pflanzen würden schlechter wachsen und die Erträge im europäischen Vergleich dann nicht mehr wettbewerbsfähig. Die Landwirte erwarten deshalb mehr Rückhalt und Anerkennung aus Politik und Gesellschaft für ihre Arbeit, die die Bevölkerung mit Lebensmitteln versorge.

Gerade tierhaltende Betriebe mit Geflügel-, Schweine- oder Rindermast wüssten nicht, wo sie die auf ihren Höfen anfallenden Güllemengen in Zukunft entsorgen sollen. Es könne nicht sein, dass bald alle Landwirte mit ihrer Gülle nach Ostdeutschland fahren müssten, um sie dort loszuwerden. Allein die Transportkosten dafür seien immens, außerdem gebe es nicht genug Abnehmer für überschüssige Düngemittel, sagten Landwirte aus dem Münsterland im RADIO RST-Gespräch.

Ein Landwirt aus Heek sagte, dass er allmählich die Lust an seiner landwirtschaftlichen Arbeit verliere und schon viele befreundete Betriebe ans Aufgeben denken würden. Der gesellschaftliche Druck und die steigenden Kosten durch immer neue Forderungen aus Brüssel seien inzwischen zu hoch.

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Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner verteidigt verschärftes Düngerecht

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Trotz der lautstarken Kritik von 6000 Landwirten verteidigte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die neue Düngeverordnung. Es sei Fakt, dass die Nitratwerte im Grundwasser in vielen Messstellen deutlich zu hoch seien, daher müsse die Politik strengere Verordnungen für das Düngen der Felder erlassen. Es gehe um den Schutz der Wasserqualität, die für alle Menschen essentiell sei. Außerdem sei bekannt, dass in den letzten Jahrzehnten in Deutschland auf vielen Feldern mehr Düngemittel ausgebracht worden seien, als es die Natur vertrage. Auch das Ausfahren von Gülle nach der Ernte im Herbst sei zu hinterfragen, da dies kaum über das Wachstum der Pflanzen zu rechtfertigen sei, die ja schon abgeerntet wurden. Gerade in Nordrhein-Westfalen und dem Rheinland seien die Nitratwerte nachweislich viel zu hoch und der Handlungsdruck im Sinne der Wasserqualität hoch. Werde die hohe Nitratbelastung im Grundwasser in Deutschland nicht wirkungsvoll bekämpft drohen Deutschland hohe Strafen seitens der EU-Kommission. Die verschärften Düngeregeln werden nach den Plänen der Bundesregierung ab Mai 2020 gelten.

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NRW-Landwirtschaftsministerin Heinen-Esser stellt finanzielle Hilfen für Bauern in Aussicht

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Weil viele Landwirte aus traditionellen Familienbetrieben angaben, schon jetzt Angst um die Zukunft ihrer Betriebe zu haben und von immensen Mehrkosten durch die neuen Düngeregeln sprachen, kündigte NRW-Landwirtschaftsministerin Heinen-Esser finanzielle Unterstützung an. Es sei wichtig, den Bauern finanziell unter die Arme zu greifen, damit sie in der Lage seien, die neuen Anforderungen weiter zu erfüllen.

Wie eine finanzielle Unterstützung konkret aussehen soll und welche Betriebe grundsätzlich Chancen auf Zuschüsse haben, wurde dabei nicht näher ausgeführt.

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Landwirte protestieren in Münster gegen Düngeverordnung
Foto: RADIO RST
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