
Landwirt Henning Stoyke aus Steinfurt stellt klar, dass er und seine Kollegen auch für den Schutz des Grundwassers sind und das sich jeder Betrieb an die bestehenden Düngevorschriften halten müsse. Gleichzeitig kritisiert er, wie die Nitratwerte der großen Grundwasserkörper in unserer Region ermittelt werden. Wenn an einer Messstelle die zulässigen Nitratwerte für Wasser zu hoch sind, werde oft gleich der ganze Grundwasserkörper als belastet markiert. Auch wenn andere Messstellen am selben Grundwasserkörper, und etliche Kilometer entfernt, völlig okay wären. Das sei unfair und verzerre in der Öffentlichkeit den Eindruck über die tatsächliche Belastung des Grundwassers.
Erhöhte Nitratwerte auch in Wäldern?
Außerdem gebe es im Kreis Steinfurt auch erhöhte Messwerte für Nitrat im Grundwasser in Waldgebieten, die keine direkte Nähe zu landwirtschaftlichen Flächen hätten. Daher fragt Stoyke sich, ob es nicht auch noch andere Ursachen für erhöhte Nitratwerte gibt als Gülle und Düngemittel.
Landwirte unter wirtschaftlichem Druck
Die Landwirte stünden insgesamt sehr stark unter Druck. Mais- und Getreidefelder bräuchten sehr hohe Nährstoffmengen. Durch die verschärfte Düngeverordnung der EU sind Landwirte in nitratbelasteten Gebieten ab 2020 verpflichtet, 20 Prozent weniger Gülle auszubringen als vorher. Viele Betriebe würden sich Sorgen machen, ob Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf dann noch ausreichend wachsen. Würden die Pflanzen und Erntemengen kleiner, seien deutsche Bauern gegenüber Betrieben aus anderen Ländern dann nicht mehr wettbewerbsfähig, so Stoyke. Das müsse von der Politik unbedingt mit bedacht werden.
Mehr Düngekontrollen auf den Höfen
Wenn Politik und Verwaltung mehr Düngekontrollen bei den Landwirten planen, ist das für Henning Stoyke kein Problem. Das sei wie im Straßenverkehr, wer sich nicht an die Regeln hält und erwischt wird, müsse eben mit Konsequenzen rechnen.