
Die Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten (NGG) schlägt Alarm: Im Kreis Steinfurt leisten Beschäftigte täglich rund 742.000 Arbeitsstunden – oft mit Überstunden und Schichtarbeit. Die NGG fordert den Schutz des Arbeitszeitgesetzes und warnt vor den gesundheitlichen Folgen längerer Arbeitstage.
Überstunden und Schichtarbeit belasten die Gesundheit
Nach Berechnungen des Pestel-Instituts arbeiten die Beschäftigten im Kreis Steinfurt täglich insgesamt etwa 742.000 Stunden. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leisten Überstunden oder arbeiten in belastenden Wechselschichten. Besonders der Wechsel zwischen Früh-, Spät- und Nachtschichten bringt die innere Uhr durcheinander und führt häufig zu Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Erschöpfung. Rund die Hälfte der Beschäftigten klagt über Schlafprobleme, schreibt die NGG
Risiken langer Arbeitstage
Die NGG warnt vor den gesundheitlichen Risiken langer Arbeitstage: Kopfschmerzen, Schwindel, Verdauungsstörungen und Schlafstörungen sind häufige Folgen. Dauerhafte Überstunden können zu Burnout, Depressionen, Diabetes oder erhöhtem Alkoholkonsum führen. Zudem steigt das Unfallrisiko nach acht Stunden Arbeit stark an. Ab der zwölften Stunde verdoppelt sich die Unfallrate statistisch gesehen.
Forderung: Hände weg vom Arbeitszeitgesetz
Die Bundesregierung plant, den 8-Stunden-Tag aufzugeben und 12-Stunden-Schichten zu ermöglichen. Die NGG kritisiert das scharf und fordert Bundestagsabgeordnete auf, das Arbeitszeitgesetz zu schützen. „Wer die Tageshöchst-Arbeitszeitgrenze aus dem Gesetz streicht, sägt an einem zentralen Pfeiler des Arbeits- und Gesundheitsschutzes“, sagt der Geschäftsführer der NGG Münsterland, Helge Adolphs. Längere Arbeitszeiten erschweren zudem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wer soll Kinder aus der Kita abholen oder pflegebedürftige Angehörige unterstützen, wenn überlange Arbeitstage zur Regel werden? Die NGG ruft ihre Mitglieder dazu auf, sich an der Kampagne „Mit Macht für die 8“ des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zu beteiligen.