
Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) fordert ein milliardenschweres Investitionsprogramm, um die Digitalisierung in Arztpraxen voranzutreiben. Digitale Tools wie das elektronische Rezept oder die elektronische Patientenakte verbessern die Behandlungsqualität und entlasten Praxisteams. Doch die Umrüstung bleibt kostspielig: Der Austausch einer veralteten Software kann bis zu 5.000 Euro kosten. Die KVWL verlangt, dass die Politik die Kosten übernimmt und ein Investitionsförderprogramm auflegt, ähnlich wie bei den Krankenhäusern, die mit über 4 Milliarden Euro unterstützt wurden.
Innovative Programme treiben Digitalisierung voran
Mit dem „Digi-ManagerIn“-Programm unterstützt die KVWL Praxen aktiv bei der digitalen Transformation. In mehrmonatigen Schulungen lernen Arzthelferinnen, den Digitalisierungsgrad ihrer Praxis zu analysieren und Prozesse nachhaltig zu optimieren. Die Nachfrage nach den Kursen übersteigt bereits die verfügbaren Plätze. Gleichzeitig entlasten digitale Angebote wie die Patientenhotline 116117 und Videosprechstunden die Praxen. Der KVWL-Vorsitzende Dirk Spelmeyer sagt, dass digitale Tools auch die ärztlichen Notdienste effizienter machen können. Patienten sollen verstärkt digitale Ersteinschätzungen nutzen, statt direkt Notfallambulanzen aufzusuchen.