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Kritik an Segnungsverbot für homosexuelle Paare
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Kritik an Segnungsverbot für homosexuelle Paare

Keinen Segen für gleigeschlechtliche Paare. Diese Ansage kam vor kurzem von der katholischen Kirche in Rom. Theolog*innen aus Münster kritisieren das in einem Statement und bekommen viel Zuspruch. Und auch viele Pfarrer aus der Region finden das Verbot falsch.

Veröffentlicht: Donnerstag, 25.03.2021 04:35

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Unseren Segen habt ihr nicht. Das sagt die katholische Kirche in Rom gleichgeschlechtlichen Paaren. Sie verbietet Seelsorgern, schwule oder lesbische Paare zu segnen. Viele Gläubige in der Region sind verärgert. Und auch Pfarrer finden das Verbot falsch. Auf RADIO RST-Anfrage sagten beispielsweise die Gemeindepfarrer von Emsdetten, Ochtrup und Laer, dass sie gleichgeschlechtliche Paare segnen würden. Auch Kreisdechant Jochen Reidegeld aus Steinfurt hat eine klare Haltung.

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Jochen Reidegeld, Kreisdechant SteinfurtReidegeld: "Liebe verdient Segen"
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Jochen Reidegeld ist seit einem Jahr Pfarrer in Steinfurt. Eine Anfrage von einem schwulen oder lesbischen Paar für eine Segnung hatte er noch nicht. Für ihn ist klar, dass er den Segen spenden würde. Kreisdechant Reidegeld beobachtet, dass die Kirche in Deutschland sich in dieser Frage wandelt.

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Jochen Reidegeld, Kreisdechant SteinfurtReidegeld: "Immer mehr Seelsorger stehen hinter Segnungen"
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Protest von Theolog*innen

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In Deutschland diskutieren die katholischen Bischöfe, Gläubige und Theolog*innen über Reformen für die Kirche. Dabei geht es etwa um die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals, den Zölibat und die Sexualmoral. Der Theologie-Professor Norbert Köster von der Uni Münster vermutet, dass die Kirche in Rom mit dem Verbot den Reformprozess behindern möchte. Er hat deshalb zusammen mit Kolleg*innen ein kritisches Statement verfasst.

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Prof. Norbert Köster, Uni MünsterKöster: "Verbot entspricht nicht der Lebenswirklichkeit"
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Inzwischen haben mehr als 250 Theolog*innen aus dem deutschsprachigen Raum das Papier unterzeichnet. Die katholische Kirche steckt nach wie vor in einer tiefen Krise. Wegen der Missbrauchsskandale treten immer noch reihenweise Menschen aus. Professor Köster glaubt, dass die Kirche sich wandeln wird.

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Prof. Norbert Köster, Uni MünsterKöster: "Sterbeprozess nach Skandalen in Kirche"
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Professor Köster geht davon aus, dass Glaube künftig weniger die Institution Kirche benötigt und dass es mehr auf Ehrenamtliche und Laien ankommt, die ihren Glauben im Alltag leben.

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Bischof Genn: "Keine Sanktionen"

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In der Frage des Segens für gleichgeschlechtliche Paare ist die katholische Kirche in Deutschland deutlich weiter als die Offiziellen in Rom. Münsters Bischof Genn sagte auf RADIO RST-Anfrage, es sei notwendig, dass sich die Kirchenlehre weiterentwickele, im Dialog mit der Lebenswirklichkeit und den Wissenschaften. Seelsorger, die gleichgeschlechtliche Paare segnen, haben im Bistum Münster keine Sanktionen zu befürchten. Der Osnabrücker Bischof Bode hat sich ähnlich geäußert.

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