
Kreis Steinfurt würdigt innovative Ideen aus der Personalarbeit
Ein breiter Querschnitt von Unternehmen aus dem gesamten Kreis Steinfurt hatte sich in diesem Jahr für den Betriebsplus-Wettbewerb der Kreis-Wirtschaftsförderung WESt beworben. Sechs von ihnen nahmen in Ibbenbüren ihre Trophäen für die innovativsten Projekte in der Personalarbeit entgegen.
Veröffentlicht: Dienstag, 17.09.2024 05:35
Der Kreis Steinfurt hat sechs Unternehmen für ihre innovative Personalarbeit ausgezeichnet. Zu den Gewinnern des Betriebsplus-Wettbewerbs gehören husare aus Emsdetten, Mein ambulantes Pflegeteam Tecklenburger Land aus Mettingen, MBH aus Ibbenbüren, Strotmann Innenausbau aus Hörstel, Fiege aus Greven und TWE aus Emsdetten. Der Kreis Steinfurt vergibt den Preis alle drei Jahre. Anders als bei den vorherigen Betriebsplus-Wettbewerben haben die Jurorinnen und Juroren nicht die "Top-Arbeitgeber" im Kreis Steinfurt gekürt, sondern konkrete Maßnahmen aus der Personalarbeit der Unternehmen gewürdigt, die diese in den vergangenen drei Jahren geplant und umgesetzt haben.
Projekte der Unternehmen
Bei den kleineren Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitenden ging der Betriebsplus-Preis an die husare gmbH aus Emsdetten für ihr Projekt "Unternehmer werden im Unternehmen - eine Reise zu Teilhabe und Selbstständigkeit". Ziel dabei ist es, unternehmerisches Denken und Handeln in der Agentur als Teil der Unternehmenskultur zu fördern und einmal pro Jahr durch eine Ausgründung oder eine Beteiligung an einem Start-Up das Netzwerk zu erweitern. "Eine Unternehmenskultur, die Feedback und die kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Mitarbeitenden nachhaltig fördert und lebt – hier ist die husare gmbH ganz weit vorne", betonte Laudatorin Prof. Dr. Julia Backmann vom Lehrstuhl für Transformation der Arbeitswelt an der Universität Münster.
Als zweites Unternehmen in dieser Kategorie erhielt Mein ambulantes Pflegeteam Tecklenburger Land GmbH aus Mettingen den Preis für den "Aufbau eines Ausfallmanagements zur Erhöhung der Dienstplansicherheit". Zur Fachkräftesicherung und -gewinnung hat das Unternehmen ein Ausfallmanagement bestehend aus einem sogenannten Flexpool und Standbydiensten installiert, um ausfallende Zeiten ohne zusätzliches Personal abdecken zu können. "Das noch junge Unternehmen hat Mut bewiesen, für das Wohl seines Personals neue Wege zu gehen. Und die Maßnahmen greifen, wie die Zahl der Bewerbungen und das Unternehmenswachstum zeigen. Das hat uns als Jury sehr beeindruckt", so Monika Leiking, Leiterin des Services Onboarding@Münsterland beim Münsterland e.V. in ihrer Laudatio.
In der Kategorie der Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitenden machten die MBH Maschinenbau & Blechtechnik GmbH aus Ibbenbüren sowie die Strotmann Innenausbau GmbH das Rennen. Mit "FIT FOR FIFTY (F4F) – MBH rüstet sich für die Herausforderungen der Zukunft" erneuert das Maschinenbauunternehmen mit Blick auf sein 50-jähriges Bestehen im Jahr 2027 seine Organisations- und Führungskultur. "Dadurch, dass alle den Fortschritt mitgestalten und erleben können, geht ein positiver Schwung durch das gesamte Unternehmen, man wächst weiter zusammen. Ein Projekt mit gut umzusetzenden Maßnahmen, das jetzt schon Erfolge zeigt", lobte Carsten Taudt, Geschäftsbereichsleiter Bildung, Fachkräftesicherung und Recht bei der IHK Nord Westfalen.
Den zweiten Preis in der Kategorie erhielt der "Strotmann-DNA und Werte-Check", dem sieben Handlungsprinzipien und konkrete Maßnahmenpläne zugrunde liegen und der auch auf andere Branchen übertragen werden kann. "Das Unternehmen hat nicht nur seine eigene DNA, sondern arbeitet diese mit Hilfe des Werte-Checks auch immer wieder systematisch und konsequent heraus. Dieses ungeheure Maß an Umsetzung hat uns als Jury wirklich überzeugt", hob Thomas Harten, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster, in seiner Laudatio hervor.
Hin zu einer positiv konnotierten Unternehmenskultur mit "individuellen Menschen", in dem Mitarbeitende und ihre Fähigkeiten mehr sind als reines "Humankapital" – dies hat sich die FIEGE Logistik Stiftung & Co. KG mit ihrem Konzept "Transformation der Human Resources hin zu einer People & Culture Vision mit Hilfe des People & Culture Index" auf die Fahnen geschrieben. Hierfür erhielt sie den Preis für Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden. Dr. Udo Westermann vom future e.V./CSR-Kompetenzzentrum hob die besonderen Herausforderungen einer gelebten Unternehmenskultur in einem Großunternehmen wie der FIEGE Logistik Stiftung hervor: "Es ist eine Kunst, im Alltag eine Verknüpfung zu schaffen, zwischen den im Leitbild formulierten Unternehmenswerten und den individuellen Ansprüchen der Mitarbeitenden. Bei der Bewerbung ist deutlich geworden, dass es FIEGE mit dem People & Culture Index nicht darum geht, eine vorzeigbare Zahl zu ‚produzieren‘. sondern eine ehrliche Messgröße für die an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden ausgerichteten Verbesserungen zu entwickeln".
Als zweites Unternehmen in dieser Kategorie nimmt die TWE GmbH & Co. KG eine Trophäe mit nach Emsdetten – und zwar für "twe femtastic - Das TWE Frauennetzwerk zur Stärkung und Förderung der TWElerinnen zur langfristigen Bindung an die TWE". Was als Einfall bei einer Weihnachtsfeier 2022 seinen Anfang nahm, hat sich heute als festes Frauen-Netzwerk im Unternehmen etabliert. "Die abteilungsübergreifende Vernetzung innerhalb des Betriebes stärkt eine Personengruppe mit viel Potential, die – vor allem aus strukturellen Gründen – noch lange nicht ausgeschöpft ist, nämlich die der Frauen. Dabei kommen die Inspirationen und Impulse der Mitarbeiterinnen dem gesamten Unternehmen zugute", hob Laudator Carsten Taudt, Geschäftsbereichsleiter Bildung, Fachkräftesicherung und Recht der IHK Nord Westfalen hervor und gab den Anwesenden mit auf den Weg: "Wir brauchen mehr Diversität in den Firmen für unternehmerischen Erfolg."