
Die tonnenschweren Trucks sind laut. Und sie lassen den Boden vibrieren. "Die Fahrzeuge schicken Schallwellen in mehrere Kilometer Tiefe", erklärt Ingo Schäfer vom Geologischen Dienst NRW.
Mit dem Ultraschallbildern vom Untergrund lässt sich erkennen, ob tief unter der Erde heißes Wasser ist. Damit könnten Stadtviertel und Siedlungen in Zukunft beheizt werden. Die umweltfreundliche Technologie nennt sich Geothermie. Sie könnte die Region unabhängiger von Öl und Gas machen.
Das Land NRW will die tiefe Geothermie fördern. Deshalb wird der Boden im nördlichen Münsterland im Oktober und November 2026 erkundet. Fachleute gehen davon aus, dass sich der Untergrund hier für die Erdwärmegewinnung eignet. Wenn die Ergebnisse vielversprechend sind, könnten Stadtwerke und Kommunen mit weiteren Messungen genauer untersuchen, wo Erdwärme nutzbar ist, so Schäfer.
Hier rollen Vibro-Trucks im Kreis Steinfurt
Im Kreis Steinfurt starten die Vibro-Trucks voraussichtlich Mitte Oktober in Hopsten, sagt Ingo Schäfer vom Geologischen Dienst NRW.
Zwischen Ochtrup und Hopsten sind die Fahrzeuge nachts unterwegs, weil der Verkehrslärm die Messungen stören würde. So sieht die geplante Route aktuell aus:
2601 Kreis Steinfurt:
- L573
- Nienborger Damm
- Postdamm
- Bilker Straße zwischen Ochtrup und Bilk
- Über Haddorf
- Über Ohner Damm
- Nördlich entlang von Rheine
- Hopstener Straße
- Rheiner Straße
- Ketteler Straße
- Halverder Straße
- Westerbauer
- Hauptstraße in Halverde
- Voltlager Damm in Halverde
Von Hopsten nach Mettingen rollen die Vibro-Trucks auf weniger befahrenen Straßen. Auf dieser Strecke sind nach Auskunft der Messfirma die Messungen tagsüber geplant.
2603 Kreis Steinfurt:
- Napoleondamm
- Zum Wall
- Lingener Damm
- Osnabrücker Damm
- Halverder Straße
- Am Wall in Recke
- Neuenkirchener Straße
- Kowallstraße
- Heerstraße bis nach Westerkappeln
Kreis Steinfurt: Anwohner bekommen Info zu Vibro-Trucks
Anwohner bekämen vorab eine Info-Postkarte zu den Messungen, sagt Ingo Schäfer vom Geologischen Dienst NRW. Die Vibro-Trucks seien für den Einsatz in der Stadt zugelassen und etwa auch in Münster, München oder Heidelberg unterwegs gewesen. Während der Fahrten messe ein weiterer Trupp die Erschütterung. Sollten Grenzwerte in Gebäudenähe erreicht werden, werde die Messung gestoppt.
