
Kreis Steinfurt: Eltern kämpfen gegen Kita-Schließung
Im Kreis Steinfurt schließen im kommenden Jahr mindestens acht weitere Kitas. In Burgsteinfurt versuchen Eltern aktuell, die Kita St. Johannes zu retten. Was die sinkenden Kinderzahlen für betroffene Familien und Träger in der Region bedeuten.
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In unserer Region werden immer weniger Kinder geboren. Und das zeigt sich in den Kitas: Plätze bleiben frei, einzelne Gruppen oder ganze Einrichtungen schließen. Im Sommer 2026 mussten vier Kitas schließen:
- Kita Sonnenschein in Saerbeck
- Jakobi-Kita in Rheine
- Kita Fliederweg in Metelen
- Kita Wildblume in Nordwalde
Im Sommer 2027 sollen mindestens acht weitere Einrichtungen schließen:
- Kita St. Nikolaus in Altenberge
- Kita St. Johannes in Burgsteinfurt
- Kita Wunderwald in Hörstel
- Outlaw-Kita an der Schützenstraße in Ochtrup
- Anne-Frank-Kita in Westerkappeln
- Kita Wilde Wiese in Wettringen
- Kinderland-Kita Overmannstraße in Greven
- Outlaw-Kita Wöste in Greven
Eltern kämpfen für Kita St. Johannes in Burgsteinfurt
Teilweise trifft es beliebte Einrichtungen, die lange in den Orten etabliert sind. So ist es zum Beispiel bei der Kita Sankt Johannes in Burgsteinfurt: Die Kita besteht seit mehr als 50 Jahren. Das Team ist engagiert, die Familien sind sehr zufrieden, sagt Mutter Helena Hauptmeier im RADIO RST-Interview:
Viele Eltern hatten ihre Kinder gerade eingewöhnt, als sie Mitte September erfuhren, dass die Kita nächsten Sommer schließen soll. Der Knackpunkt ist das mehr als 50 Jahre alte Gebäude. Es ist in die Jahre gekommen, ein Neubau war geplant. Doch der ist teuer. Und weil es aktuell zu viele Kita-Plätze in Burgsteinfurt gibt, muss die Kita St. Johannes schließen, sagt das Kreisjugendamt. Es schreibt auf RADIO RST-Anfrage: "Der Kreistag hat im Jahr 2025 das Kreisjugendamt beauftragt, die Notwendigkeit aller Neu-, Ersatz- und Erweiterungsvorhaben aufgrund des geringeren Bedarfes noch einmal kritisch zu überprüfen." Elternvertreter der Kita Sankt Johannes finden das ungerecht und machen öffentlich auf ihre Lage aufmerksam.
Für die Eltern wäre auch ein Umzug in ein anderes Gebäude denkbar oder ein schrittweises Auslaufen der Kita in den nächsten Jahren. Das Kreisjugendamt sieht keine Alternative zur Schließung im Sommer 2027. Am 18.11.2026 entscheidet der Jugendhilfeausschuss des Kreises Steinfurt darüber. Die Familien müssen sich bis Ende Oktober für andere Kita-Plätze im Anmelde-Portal Step registrieren.
Herausforderungen für Kita-Träger
Auch für die Kita-Träger sind die Kita-Schließungen eine Herausforderung. Die Evangelische Jugendhilfe Münsterland verliert gleich zwei Einrichtungen: Die Kita Sonnenschein in Saerbeck schloss diesen Sommer. Im Sommer 2027 trifft es die Kita Wunderwald in Hörstel, sagt Mareike Janßen von der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland.
Der Träger kümmert sich jetzt um andere Kita-Plätze für die Kinder. Und um neue Jobs für die Mitarbeiter. Teilweise kommen sie in anderen Einrichtungen der Evangelischen Jugendhilfe unter. Die sinkenden Kinderzahlen sind ein Grund für die vielen freien Kita-Plätze im Kreis Steinfurt. Außerdem beobachten Jugendämter und auch Kita-Trager, dass Eltern ihre Kinder später für die Betreuung anmelden.
Dass Familien in der Region wegen der Schließungen künftiger deutlich weiter bis zur nächsten Kita fahren, glaubt Mareike Janßen nicht. Die Versorgung mit Kita-Plätzen sei im Kreis Steinfurt immer sehr gut gewesen. Weniger Kinder, kleinere Gruppen – darin sieht Mareike Janßen auch eine Chance. Sie hofft, dass sich die Lage stabilisiert und es dann wieder stärker um Qualität und die pädagogische Arbeit in den Kitas geht.