
Klimanotstand in Horstmar sorgt für Diskussionen
Am 6. Juni hat die Stadt Horstmar den Klimanotstand ausgerufen, als erste Stadt im Kreis Steinfurt.
Auf der RADIO RST-Facebookseite machen sich viele User darüber lustig, dass eine so kleine Stadt wie Horstmar jetzt den Klimanotstand ausruft und fragen, was das bringen soll. Wir haben daraufhin nochmal mit der Stadt Horstmar gesprochen.
Veröffentlicht: Sonntag, 16.06.2019 17:01
Auf der RADIO RST-Facebookseite machen sich viele User darüber lustig, dass eine so kleine Stadt wie Horstmar jetzt den Klimanotstand ausruft und fragen, was das bringen soll. Wir haben daraufhin nochmal mit der Stadt Horstmar gesprochen.
Klima- und Umweltschutz haben in Horstmar schon lange Tradition
"Die Stadt Horstmar setzt sich schon lange für Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein", sagt Horstmars Bürgermeister Robert Wenking im RADIO RST-Gespräch. 2000 wurde der Bürgerwindpark auf dem Schöppinger Berg in Betrieb genommen. Zur Zeit wird die nächste Erweiterung mit zusätzlichen Windrädern geplant. Zusammen mit der Volksbank hat die Stadt Horstmar außerdem die Photovoltaik-Genossenschaft "Solar Horstmar" gegründet. Das Ziel der Genossenschaft: möglichst viele Dächer in Horstmar mit Solaranlagen zu versorgen. Um das Fahrradfahren zu fördern, wurden neue Bürgerradwege gebaut.
Was sich durch den Klimanotstand in der Politik verändert
Durch den ausgerufenen Klimanotstand sollen alle Entscheidungen des Rates in Zukunft noch nachhaltiger werden. "Es geht auch darum, dass Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz in der Lokalpolitik zu stärken", heißt es von Robert Wenking. Für ihn macht es keinen Unterschied, ob eine kleine oder eine größere Stadt den Klimanotstand ausruft, da der Klimawandel alle angeht. Jede Stadt hätte dieselbe Verantwortung ihren Beitrag zu leisten.
Deutsche Umwelthilfe: Je mehr Städte den Klimanotstand ausrufen, desto mehr ändert sich
Genauso sieht es auch der Chef der Deutschen Umwelthilfe Sascha Müller-Kraenner. Gerade kleine Städte seien oft noch flexibler, wenn es darum geht etwas in ihrer Struktur zu verändern. Zum Beispiel, wenn überlegt wird E-Autos für die Stadt anzuschaffen oder nachhaltigere Rohstoffe für neue öffentliche Gebäude zu kaufen. Das ginge in kleineren Orten oft schneller.