
"Wir wissen noch nicht, was der richtige Preis ist," sagt die CDU-Politikerin aus Tecklenburg im RADIO RST-Gespräch, " darum passen wir das Schritt für Schritt an. Die Kritik, dass das Klimapaket zu schwach sei und nicht weit genug gehe, sei eine typisch deutsche Reaktion. Aus forschungspolitischer Sicht hätte sie sich auch mehr vorstellen können, allein, um mit Deutschland wieder an die Spitze der Innovation zu kommen. Wichtiger sei jetzt allerdings, die Menschen an den Gedanken zu gewöhnen, dass Klimaschutz auch seinen Preis habe.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer steht hinter dem Klimapaket der Bundesregierung. Teile davon fließen in den nächsten zwei Wochen schon ins Jahres-Steuergesetz, sagte die SPD-Frau aus Horstmar im RADIO RST-Gespräch, zum Beispiel eine neue Kilometerpauschale für Pendler und die Förderung der Elektromobilität. "Das ist ein gutes Signal, dass wir's umsetzen," sagt Arndt-Brauer - allerdings: Klimaschutz gehe nicht nur übers Autofahren und neue Modelle - Klimaschutz fange bei jedem selbst an.
Ein Langstrecken-Flug belaste die Umwelt mehr als ein Jahr Autofahren. Für sie sei Klimaschutz nicht nur was für die, "die es sich leisten können." Klimaschutz müsse auch zumutbar sein.
Das Klimapaket der Bundesregierung ist als Vorschlag erstmal so zu nehmen, wie es ist. Das hat der Grünen-Bundestagsabgeordnete für den Kreis Steinfurt Friedrich Ostendorf im RADIO RST-Gespräch gesagt. Allerdings findet er den CO2 Preis zu niedrig. Sowas sei über die Länder konstruktiv nachzuverhandeln. Außerdem ist Ostendorf dafür, die Landwirtschaft beim Klimaschutz stärker einzubeziehen. Sie sei nicht nur ein Teil des Klimaproblems sondern auch ein möglicher Lieferant für Lösungen.
Umweltverbände sehen beim Klimaschutz nicht nur die Politik in der Pflicht. Rainer Seidl von der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz im Tecklenburger Land geht das klimapaket der Bundesregierung nicht weit genug. Er sieht viele Möglichkeiten, die niemand anpackt, obwohl sie sofort wirken würden zum Beispiel ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen. Vor der eigenen Haustür sei Jeder selbst gefragt.
Seidl schreibt ienen Brief an den Kreis Steinfurt und die Untere Wasserbehörde, um zu erreichen, dass die beiden Moore im Kreis, das Recker Moor und das Emsdettener Venn nicht noch weiter entwässert werden. So trocken wie jetzt, seien sie die zwei größten CO2-Schleudern im Kreis. Moore unter Wasser seien dagegen ein riesiger CO2-SPEICHER. Weitere Vorschläge kommen von Kerstin Panhof vom Naturschutzbundi m Kreis Steinfurt: zum Beispiel den Wald mit klimaverträglichen Bäumen wieder aufzuforsten und auf dem Land wieder Wallhecken zu pflanzen.