Anzeige
Kita-Kundgebung in Düsseldorf
© Radio RST
Teilen:

Kita-Kundgebung in Düsseldorf

Beschäftigte aus Kitas in ganz NRW fahren am Donnerstag zu einer Kundgebung vor dem Düsseldorfer Landtag. Während drinnen die Haushaltsberatungen laufen, weisen sie draußen auf die angespannte Lage in den Kindertagesstätten hin.

Veröffentlicht: Dienstag, 17.10.2023 13:51

Anzeige

Dass Probleme länger in den Schlagzeilen sind, bedeutet nicht unbedingt, dass sie schneller gelöst werden. Der Personalmangel in den Kitas, beispielsweise, hält sich hartnäckig. Freie Stellen bleiben monatelang unbesetzt, vor allem mitten im Jahr fällt es besonders schwer, Fachkräfte zu finden.

Anzeige

Teams in den Kitas seit langem am Anschlag

Anzeige

In den Teams gibt es immer weniger Zeit für die einzelnen Aufgaben. Viele Beschäftigte sind am Limit, weil sie vermeiden möchten, dass die Kinder darunter leiden. Die Folge sind höhere Krankenstände und im Extremfall kürzere Betreuungszeiten. Geschlossene Gruppen oder sogar ganze Kitas machen es schwierig für Eltern, die Betreuung ihrer Kinder zu planen.

Anzeige
Kita-Kundgebung in Düsseldorf
© Radio RST
Anzeige

Kritik aus dem System: Politik tut zu wenig

Anzeige

Die Politik steht in der Kritik, außer Lippenbekenntnissen wenig zu tun, um die Lage zu ändern. Die frühkindliche Bildung sei gefährdet, wenn nicht bald etwas passiert, sagen Fachleute. Es fehle an Geld und an Rahmenbedingungen für mehr Ausbildung.

Anzeige

Kundgebung zur Lage vor dem Landtag in Düsseldorf

Anzeige

Am Donnerstag (19.10.) bleiben darum auch im Kreis Steinfurt Kindergärten geschlossen. Die Arbeiterwohlfahrt hat aufgerufen, zur Kundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf zu fahren und die Aktion „NRW bleibt sozial“ der Freien Wohlfahrtspflege NRW zu unterstützen. Anlass sind die Haushaltsberatungen des Landes NRW, denn da geht es um Geld, auch für die Kindergärten. „Wir fordern die Politik auf, unsere Bedeutung nicht nur mit Worten anzuerkennen,“ sagt Nadine Hesping von der Kita AWO Mettingen 2.

Anzeige

Kitas auch im Kreis Steinfurt am Donnerstag geschlossen, nur nicht alle

Anzeige

Die 22 Kitas im Bereich des AWO-Kreisverband Steinfurt bleiben am Donnerstag komplett geschlossen. Die etwa 230 Beschäftigten fahren alle nach Düsseldorf. Die Kundgebung dürfte groß werden, egal, wer sonst noch kommt: Allein aus dem AWO-Unterbezirk fahren 1.300 Kräfte aus den 82 Kitas und 71 Offenen Ganztags-Einrichtungen zur Kundgebung. Für viele andere Eltern von Kindergartenkindern gibt es Entwarnung: „Ihre“ Kitas haben am Donnerstag geöffnet, wie immer.

Anzeige

Katholische Kitas im Kreisdekanat Steinfurt öffnen normal

Anzeige

Das gilt etwa für die rund 100 katholischen Kitas mit ihren etwa 1.000 Beschäftigten im Kreisdekanat Steinfurt. Von dort fährt offiziell niemand nach Düsseldorf. Die Zentralrendantur Ibbenbüren mit ihren 29 Kitas führe sowieso Gespräche mit dem Ministerium, hieß es auf RADIO RST-Nachfrage. Ein Sprecher der Zentralrendantur Emsdetten mit ihren 48 Kitas in Emsdetten, Greven, Altenberge, Saerbeck, Horstmar, Laer, Metelen, Nordwalde, Ochtrup und Steinfurt ging davon aus, „dass der Betrieb gewährleistet ist“. Von den 26 Kitas der Zentralrendantur Rheine in Rheine, Neuenkirchen und Wettringen fährt auch niemand, sie bleiben offen.

Anzeige

Auch DRK-Kindergärten am Donnerstag geöffnet

Anzeige

Die DRK Kreisverbände Steinfurt und Tecklenburger Land mit ihren fünf bzw. 12 Kitas sind auch nicht dabei. Den Eltern sei nicht schon wieder zuzumuten, die Betreuung für ihre Kinder selbst zu organisieren. Das DRK Tecklenburger Land schickt allerdings eine Abordnung, um die zehn Beschäftigte.

Anzeige

Kinder in evangelischen Kitas werden betreut

Anzeige

Im Evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg gibt es ein Zwischending: Auch, wenn keine der 27 Kitas am Donnerstag komplett geschlossen hat, fahren 100 bis 120 Beschäftigte zur Kundgebung. Ein Notdienst macht es möglich.

Auch die 22 Kitas im Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt/Coesfeld/Borken haben am Donnerstag offen. „Wir wollen das nicht auf dem Rücken der Kinder austragen,“ sagte uns eine Sprecherin. Auch die Evangelische Kirche macht auf die schwierige Finanzlage aufmerksam, wenn auch mit einer eigenen Aktion: Der Trägerverbund der Kindertagesstätten und das Evangelische Familienzentrum Friedenau laden zu einer Vor-Ort-Aktion in das Familienzentrum ein, um ihre Forderungen für eine Verbesserung des Kita-Systems deutlich zu machen. Steinfurts Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, Vertreterinnen und Vertreter des Jugendamts und natürlich Eltern sind zu der Aktion eingeladen.

Anzeige

Eigene Aktionen in Kinderland-Kitas

Anzeige

Die 21 Kinderland-Kitas im Kreis Steinfurt haben ebenfalls offen und die 350 Beschäftigten kümmern sich um die Kinder wie jede Tag. Anders ist heute, dass in jeder Kita Stellwände mit Plakaten stehen, die die Misere der Kindergärten thematisieren. Außerdem haben die Leitungen die Elternbeiräte zum Gespräch eingeladen, um Ideen, Anregungen und auch Beschwerden zu sammeln, die sie an die Politik weiterleiten.


Anzeige
Anzeige
Anzeige