
Etwa 23.400 Menschen im Kreis Steinfurt leiden an koronarer Herzerkrankung (KHK). Diese Erkrankung der Herzkranzgefäße entsteht durch Ablagerungen in den Gefäßwänden, die den Blutfluss zum Herzen behindern. Das Herz bekommt dadurch weniger Sauerstoff und Nährstoffe – ein Zustand, der lebensbedrohlich werden kann. Typische Warnsignale sind ein drückendes Engegefühl in der Brust, stechende Schmerzen und Atemnot. Ohne Behandlung drohen schwerwiegende Folgen wie Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Herzinfarkte oder sogar plötzlicher Herztod.
Besonders ältere Menschen sind gefährdet: Ab einem Alter von 55 Jahren nimmt die Häufigkeit der KHK stark zu. Männer sind dabei in allen Altersgruppen bis 90 Jahre häufiger betroffen als Frauen. Den Höhepunkt erreicht die Krankheit bei beiden Geschlechtern in der Altersgruppe der 80- bis 84-Jährigen. „Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen liegen vor allem in biologischen Faktoren und unterschiedlichen Lebensweisen, wie etwa dem Rauchverhalten“, sagt Michael Faust von der AOK NordWest.
Risikofaktoren und strukturierte Behandlung
Die koronare Herzerkrankung wird durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt. Neben genetischer Veranlagung und höherem Alter spielt auch der Lebensstil eine entscheidende Rolle. Rauchen, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, starkes Übergewicht und Diabetes sind die Hauptursachen, die die Gefäße schädigen und die Krankheit fördern.
Die Behandlung der KHK basiert auf drei zentralen Säulen:
- Lebensstiländerung: Ein gesünderes Leben beginnt mit kleinen Schritten: Weniger Rauchen, mehr Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können viel bewirken.
- Medizinische Eingriffe: Verengte Herzkranzgefäße können durch moderne Verfahren wieder durchlässig gemacht werden, um die Durchblutung des Herzens zu verbessern.
- Medikamentöse Therapie: Medikamente helfen, die Herzfunktion zu stabilisieren und gefährliche Komplikationen zu verhindern.
Ein gut organisiertes Krankheitsmanagement ist entscheidend, um die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten und das Risiko für Herzinfarkte sowie die Sterblichkeit zu senken, heißt es bei der AOK NordWest. Die Krankenkasse unterstützt ihre Versicherten mit dem Disease-Management-Programm (DMP) „AOK-Curaplan“. Seit mehr als 20 Jahren gibt es damit eine strukturierte Versorgung für KHK-Patienten. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen, individuelle Therapieziele und eine enge Begleitung helfen den Betroffenen, ihre Gesundheit aktiv zu verbessern. Zusätzlich bietet die AOK NordWest zahlreiche kostenfreie Angebote – sowohl persönlich als auch digital – um Lebensstilveränderungen zu erleichtern und die Herzgesundheit zu fördern.