
Katastrophenschutzübung in Enschede
In Enschede haben deutsche und niederländische Rettungskräfte den Katastrophenfall geübt. Es ging um ein Zugunglück mit einem Bus, der auf einem Bahnübergang mit einem Zug kollidiert ist. Ziel war es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei einem Massenfall von Verletzten zu verbessern.
Veröffentlicht: Montag, 07.10.2024 06:06
Ein Zug stößt auf einem Bahnübergang mit einem Auto zusammen - zum Glück nur eine Übung. In Enschede haben deutsche und niederländische Rettungskräfte genau das geübt. Mit dabei waren der Rettungshubschrauber aus Rheine und Einsatzkräfte aus den Kreisen Borken und der Grafschaft Bentheim. Ziel war es die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu verbessern.
„Zugunglück mit einem Bus, der an einem Bahnübergang mit einem Zug kollidiert ist. Ein Augenzeuge und zugleich Melder des Vorfalls kann zu diesem Zeitpunkt wenig über die Anzahl der Verletzten am Einsatzort sagen. Deshalb herrscht zunächst große Verwirrung und die Lage ist unklar.“ Dieses fiktive Szenario war Gegenstand einer groß angelegten gemeinsamen Übung von niederländischen und deutschen Rettungsdiensten mit mehr als 110 Einsatzkräften, 30 Fahrzeugen, einem Rettungshubschrauber und 30 Unfalldarstellenden auf dem Übungsgelände der Troned Training Factory in Enschede stattgefunden hat. Simuliert wurde dort vormittags ein Szenario auf deutscher Seite in Stadtlohn – dabei griffen die deutschen Einsatzkräfte in ihrem MANV-System (Massenanfall an Verletzten) auf die Unterstützung der niederländischen Rettungskräfte zurück. Am Nachmittag dann gab es ein Einsatzszenario in Enschede, bei dem die niederländischen Rettungskräfte das Szenario nach ihrem System für groß angelegte medizinische Hilfe (GGB) zu bewältigen hatten. Unterstützung haben sie dabei von den deutschen Rettungskräften erhalten. Zum ersten Mal war sowohl vormittags als auch nachmittags der Rettungshubschrauber der ADAC-Luftrettungsstation Rheine dabei.
Ziel der Übung war es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen niederländischen und deutschen Rettungsdiensten sowie den weiteren beteiligten Organisationen zu verbessern, indem die Einsatzkräfte mit den Verfahren und Methoden des jeweiligen Nachbarlandes vertraut gemacht wurden. Der Schwerpunkt der Übung lag dabei auf der Benachrichtigung und Alarmierung der Rettungsdienste, der Führung und Koordination am Einsatzort, der Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den Rettungsdiensten sowie der Beförderung von Patienten in Krankenhäuser. „Diese Übung hat erneut gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir in ständigem Austausch bleiben. Nur so können wir unsere Zusammenarbeit weiter ausbauen und im Falle eines Großschadensereignisses gegenseitig effektive und schnelle Unterstützung bieten“, resümierten Hanjo Groetschel (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Kreis Borken), der als Leitender Notarzt auch an der Übung teilgenommen hat, und Manon Bruens, Managerin Bureau Acute Zorg Euregio.
Beteiligte Organisationen
Die Übung wurde vom Kreis Borken, dem Landkreis Grafschaft Bentheim, den niederländischen Sicherheitsregionen Twente und Noord-Oost-Gelderland, dem Bureau Acute Zorg Euregio sowie den niederländischen Rettungsdiensten Witte Kruis und Ambulance Oost organisiert. Neben diesen Organisationen nahmen auch das Krankenhaus in Enschede (Medisch Spectrum Twente), das Rode Kruis, die Feuerwehr- und Rettungsdienstakademie Bocholt, die Feuerwehr Gronau, das Klinikum Westmünsterland, das St. Antonius-Hospital Gronau, die Kreispolizeibehörde Borken, das Grenzüberschreitende Polizeiteam Bad Bentheim sowie die ADAC Luftrettung teil. Der Übungsplatz Troned ist Teil des Twente Safety Campus, einer Initiative der Sicherheitsregion Twente.
