
In großen Städten gibt es nicht nur Platzmangel für neue Wohnungen, sondern auch für Grünflächen. Die Agrar- und Gartenbaubranche arbeitet deshalb an innovativen Lösungen. Wie können Menschen in urbanen Räumen trotz dieser Herausforderungen auch zukünftig mit regional erzeugten Lebensmitteln versorgt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich bald ein neues Forschungszentrum in Osnabrück-Haste. Der Haushaltsausschuss des Niederländischen Landtags genehmigte für den Bau Fördermittel 3,3 Millionen Euro.
Indoor-Vertical-Farm mit Dachgewächshäusern
Das Gebäude wird aussehen wie ein dreistöckiger Beton-Würfel mit 160 Quadratmeter großen Dachgewächshäusern. Im Gebäude wird es Anbauflächen und Labor-Räume geben. Die Indoorfarm wird aus mehreren getrennt voneinander klimatisierbaren Anzuchtkammern und Kulturräumen sowie einem Laborraum bestehen.
Der Vorteil der vertikalen Indoorfarm ist die effiziente Flächennutzung in die Höhe und eine verlässliche Produktqualität. Das ganze Jahr über herrschen hier die gleichen Temperaturen, das gleiche Licht und die gleiche Luftfeuchtigkeit. Die Pflanzen werden außerdem mit regelmäßigen Nährstoffen und mit genug Wasser versorgt.
Das Gebäude und das Gewächshaus auf dem Dach sind über ein intelligentes Kreislaufmanagementsystem miteinander verbunden.
Dies ermöglicht eine Verknüpfung der Energieströme, um so die Ressourcen- und Energieeffizienz zu steigern. Konkret heißt das zum Beispiel, die überschüssige Wärme der eingesetzten LEDs der Indoorkammern zur Beheizung des Gewächshauses zu verwenden und dort neue Kulturarten speziell für die Region anzubauen“, erläutert Prof. Dr. Andreas Ulbrich, Professor für Gemüseproduktion und -verarbeitung.
Wir wollen mit dem geplanten Forschungszentrum unseren Beitrag dazu leisten, zukunftsfähige, ressourceneffiziente und nachhaltige Lösungen für die Agrar- und Gartenbaubranche in Niedersachsen und darüber hinaus zu finden“, erklärt Hochschul-Präsident Prof. Dr. Andreas Bertram, „Wir wollen dabei innovative und vor allem auch praxisorientierte Produktionsszenarien erforschen und setzen dabei auf eine enge Kooperation mit regionalen Partnern.“
Im neuen Versuchszentrum an der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur sollen nicht nur intensive, zukunftsweisende Kultursysteme optimiert, sondern auch neue Kulturarten- und räume entwickelt werden. Damit reagieren wir auf die bereits existierenden und zukünftigen globalen Herausforderungen der Agrarproduktion“, erläutert Prof. Dr. Bernd Lehmann, Vizepräsident für Forschung, Transfer und Nachwuchsförderung.
Die Gesamtkosten des Baus liegen bei rund vier Millionen Euro. Finanziert werden soll der Bau aus Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Förderrichtlinie „Innovation durch Hochschulen und Forschungseinrichtungen“ in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro, Landesmitteln von rund 1,4 Millionen Euro und Eigenmitteln der Hochschule von etwa 700.000 Euro.