
Industrie immer mehr unter Druck
Hohe Energiepreise setzen Osnabrücks Industrie unter Druck: 37 Prozent der Betriebe im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim prüfen oder planen die Verlagerung von Produktion ins Ausland.
Veröffentlicht: Montag, 29.06.2026 13:14
Die Industrie im Bereich Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim steht massiv unter Druck: Mehr als jedes dritte Industrieunternehmen in der Region verlagert Produktion ins Ausland, setzt diesen Schritt bereits um oder plant ihn konkret. Das zeigt eine aktuelle Energieumfrage der IHK in Osnabrück unter rund 300 Unternehmen. Vor allem hohe Energiepreise, steigende Netzentgelte und anhaltend hohe Stromkosten belasten die Betriebe schwer.
Hohe Energiekosten gefährden den Standort
Nach Angaben der IHK sehen 37 Prozent der befragten Industrieunternehmen eine Auslandsverlagerung als laufenden oder geplanten Schritt. Damit erreicht der Wert den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2022. Die Kammer bewertet das als deutliches Warnsignal für den Industriestandort Osnabrück, das Emsland und die Grafschaft Bentheim. Besonders stark trifft die Entwicklung energieintensive Betriebe. Ein Teil dieser Unternehmen fährt die Produktion schon zurück. Viele Firmen haben kurzfristige Sparmaßnahmen weitgehend ausgeschöpft. Stattdessen setzen sie verstärkt auf mehr Energieeffizienz, eigene erneuerbare Energieversorgung und langfristige Stromlieferverträge.
Unternehmen fordern von der Politik schnelle Entlastung
Die Erwartungen an die Politik fallen klar aus: Fast alle befragten Unternehmen fordern schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Zudem wünschen sie sich niedrigere Netzentgelte, weniger Netzengpässe und sinkende Steuern und Abgaben auf den Strompreis.
Aus Sicht der regionalen Wirtschaft braucht es jetzt schnelle Entscheidungen, damit der Industriestandort wettbewerbsfähig bleibt.