
RADIO RST-Hörerin Nadine aus Ibbenbüren hat sich schon mehrfach bei der Stadt gemeldet. Auf das Grundstück ihrer Familie ragen Eichen, die mit den Raupennestern befallen sind. "Wir gehen seit drei Wochen nicht mehr in den Garten. Alle haben juckende Pusteln, auch unsere knapp sechs Monate alte Tochter. Sogar der Hund", sagt Nadine. Die Brennhaare der Raupen sind giftig und lösen allergische Reaktionen aus. Der Garten der Familie grenzt an den Püsselbürener Damm, dort stehen die betroffenen Bäume. Für den Bereich ist die Stadt zuständig. Bislang sei jedoch nichts passiert.
Stadt setzt Prioritäten
Die Stadt Ibbenbüren bestätigt, dass eine Fachfirma zurzeit täglich im Einsatz ist, um Raupen auf öffentlichen Grundstücken zu entfernen. Die Experten saugen die Nester ab - mit Atemmasken und Schutzanzügen. Als erstes waren unter anderem Freibäder, Schulen und städtische Kitas dran. Aktuell sind die Spielplätze an der Reihe, danach kommen Sportanlagen und Friedhöfe und zuletzt Wohngebiete und Straßen, auch der Püsselbürener Damm. "Bei der Zahl an befallenen Bäumen müssen wir Prioritäten setzen. Anders geht es leider nicht", sagt ein Sprecher der Stadt. Auch, wenn er Verständnis für die Lage der Betroffenen habe.
80 Prozent der Eichen betroffen
RADIO RST-Hörerin Nadine wünscht sich, dass die Stadt Ibbenbüren künftig vorbeugt. Es ist zum Beispiel möglich, Eichen zu spritzen. "Das geht in Ibbenbüren nicht. Wir sind eine pestizidfreie Kommune", sagt der Sprecher der Stadt. Die Politik in Ibbenbüren hatte entschieden, dass die Stadt grundsätzlich auf Pestizide zu verzichtet. Es bleibe nur, die Nester zu entfernen. Alles werde der Reihe nach abgearbeitet. Wie lange das dauere sei nicht abzusehen. Die Stadt Ibbenbüren geht davon aus, dass in diesem Jahr etwa 80 Prozent der Eichen betroffen sind.
Wind wirbelt giftige Haare auf
Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners sind bis zu ein Jahr lang giftig. Sie fliegen bis zu 100 Meter weit und lösen allergische Reaktionen aus, meistens juckendende Pusteln, teils auch Atemnot, bis zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock. Die Folgen hängen laut Experten auch davon ab, mit vielen Brennhaaren jemand in Kontakt gekommen und wie empfindlich der Mensch ist. Gegen die juckenden Pusteln verschreibt der Hausrarzt Allergietabletten oder kortisonhaltige Salben.