Anzeige
Ibbenbürenerin geplagt vom Eichenprozessionsspinner
© Bildausschnitt: Stadt Emsdetten
Die Haare der Raupen lösen allergische Reaktionen aus.
Teilen:

Ibbenbürenerin geplagt vom Eichenprozessionsspinner

In vielen Orten in der RADIO RST-Region kommen Experten kaum damit hinterher, die Raupen des Eichenprozessionsspinners zu entfernen. Ein Fall einer betroffenen Familie aus Ibbenbüren.

Veröffentlicht: Mittwoch, 26.06.2019 03:32

Anzeige

RADIO RST-Hörerin Nadine aus Ibbenbüren hat sich schon mehrfach bei der Stadt gemeldet. Auf das Grundstück ihrer Familie ragen Eichen, die mit den Raupennestern befallen sind. "Wir gehen seit drei Wochen nicht mehr in den Garten. Alle haben juckende Pusteln, auch unsere knapp sechs Monate alte Tochter. Sogar der Hund", sagt Nadine. Die Brennhaare der Raupen sind giftig und lösen allergische Reaktionen aus. Der Garten der Familie grenzt an den Püsselbürener Damm, dort stehen die betroffenen Bäume. Für den Bereich ist die Stadt zuständig. Bislang sei jedoch nichts passiert.

Anzeige

Stadt setzt Prioritäten

Anzeige

Die Stadt Ibbenbüren bestätigt, dass eine Fachfirma zurzeit täglich im Einsatz ist, um Raupen auf öffentlichen Grundstücken zu entfernen. Die Experten saugen die Nester ab - mit Atemmasken und Schutzanzügen. Als erstes waren unter anderem Freibäder, Schulen und städtische Kitas dran. Aktuell sind die Spielplätze an der Reihe, danach kommen Sportanlagen und Friedhöfe und zuletzt Wohngebiete und Straßen, auch der Püsselbürener Damm. "Bei der Zahl an befallenen Bäumen müssen wir Prioritäten setzen. Anders geht es leider nicht", sagt ein Sprecher der Stadt. Auch, wenn er Verständnis für die Lage der Betroffenen habe.

Anzeige

80 Prozent der Eichen betroffen

Anzeige

RADIO RST-Hörerin Nadine wünscht sich, dass die Stadt Ibbenbüren künftig vorbeugt. Es ist zum Beispiel möglich, Eichen zu spritzen. "Das geht in Ibbenbüren nicht. Wir sind eine pestizidfreie Kommune", sagt der Sprecher der Stadt. Die Politik in Ibbenbüren hatte entschieden, dass die Stadt grundsätzlich auf Pestizide zu verzichtet. Es bleibe nur, die Nester zu entfernen. Alles werde der Reihe nach abgearbeitet. Wie lange das dauere sei nicht abzusehen. Die Stadt Ibbenbüren geht davon aus, dass in diesem Jahr etwa 80 Prozent der Eichen betroffen sind.

Anzeige

Wind wirbelt giftige Haare auf

Anzeige

Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners sind bis zu ein Jahr lang giftig. Sie fliegen bis zu 100 Meter weit und lösen allergische Reaktionen aus, meistens juckendende Pusteln, teils auch Atemnot, bis zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock. Die Folgen hängen laut Experten auch davon ab, mit vielen Brennhaaren jemand in Kontakt gekommen und wie empfindlich der Mensch ist. Gegen die juckenden Pusteln verschreibt der Hausrarzt Allergietabletten oder kortisonhaltige Salben.

Anzeige
Anzeige
Anzeige