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Ärztin oder Arzt (Kopf sieht man nicht) im weißen Kittel mit OP-Handschuhen, Pipette und Ampulle in der Hand.
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Die ärztliche Versorgung über die Feiertage ist gesichert. Tipp für Patientinnen und Patienten: Medikamente frühzeitig besorgen
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Hausärztemangel in der Region

In Westfalen-Lippe fehlen Hausärzte wie nirgendwo sonst in Deutschland. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann aus Hörstel-Riesenbeck verweist auf Hilfsprogramme - doch Entlastung kommt erst ab 2030.

Veröffentlicht: Donnerstag, 19.03.2026 13:10

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Hausärztemangel in NRW: Warum viele Praxen auf dem Land fehlen

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Wer in Westfalen-Lippe eine Hausärztin oder einen Hausarzt sucht, braucht vielerorts Geduld. In manchen Städten und Gemeinden finden Menschen immer schwerer einen freien Termin. In unserer Region ist die hausärztliche Versorgung schlechter als in jeder anderen in Deutschland. Die Diskussion darüber beschäftigt jetzt auch den Landtag in Düsseldorf. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann aus Hörstel-Riesenbeck weist die Kritik der Opposition zurück. Er sagt: Das Land hat längst Maßnahmen gestartet, um den Hausärztemangel zu bekämpfen. Dazu gehören Fördergeld für neue Arztpraxen und die Landarztquote. Mit dieser Regelung verpflichten sich Medizinstudierende, später in Regionen mit besonders schlechter Versorgung als Hausärzte zu arbeiten. Nach Laumanns Angaben hat Nordrhein-Westfalen seit dem Start des Hausarztaktionsprogramms im Jahr 2009 mehr als 1.000 Niederlassungen in unterversorgten Gebieten gefördert. Dafür investierte das Land rund 29 Millionen Euro. Einen Großteil des Geldes leitete es nach Westfalen-Lippe weiter.

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Entlastung erst ab 2030 erwartet

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Aus Sicht der Landesregierung sind die Weichen gestellt. Spürbar besser wird die Lage jedoch nicht sofort, denn die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten dauert viele Jahre. Die ersten Medizinstudierenden aus der Landarztquote arbeiten deshalb voraussichtlich ab 2030 in unterversorgten Regionen. Für viele Menschen vor Ort ist das ein schwacher Trost. Schon jetzt zeigt sich, wie knapp Hausärztinnen und -ärzte in Westfalen-Lippe sind: Auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner kommen dort nur rund 61 Hausärztinnen oder -ärzte. Damit landet die Region im bundesweiten Vergleich auf dem letzten Platz. Die SPD hält die bisherigen Maßnahmen deshalb für nicht ausreichend. Sie warnt vor Versorgungslücken und fordert einen klaren Plan, wie Nordrhein-Westfalen die Lage verbessern will. Laumann hält dagegen, dass sich Erfolge bei der Ärzteversorgung nur langfristig erreichen lassen.

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