
Klimaneutral bis 2045 zu werden, ist das große klimapolitische Ziel der deutschen Politik. Das ist schwierig, weil viele Bereiche viel klimaschädliches CO2 verursachen - zum Beispiel die Stahlproduktion oder der Verkehrssektor. Eine mögliche Lösung hierfür ist grüner Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Die Bundesregierung hat dafür vor 15 Monaten eine nationale Wasserstoffstrategie beschlossen. Was ist wichtig, damit diese Strategie Erfolg hat? Das hat der Energieexperte Dr. Lingens von der Uni Münster RADIO RST exklusiv erklärt.
Eine funktionierende Infrastruktur ist entscheidend. Dazu kommt die Frage, wer den grünen Wasserstoff produziert. Es gibt viele Unternehmen, die in der Wasserstofftechnologie forschen – in unserer Region zum Beispiel in Saerbeck oder Lingen. Hier ist im August eine Wasserstofftest-Anlage eröffnet worden. Dazu sagte Niedersachsens Ministerpräsident Weil: „Niedersachsen wird auf der Energiekarte Deutschlands künftig eine wichtige Rolle spielen.“ Die neue Pilotanlage erzeugt bis zu 270 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde. Der Strom dazu kommt unter anderem von Windkraftanlagen vor der ostfriesischen Küste in der Nordsee.
Unsere Region ist gut aufgestellt für die Wasserstoff-Strategie der Bundesregierung, sagt Energieexperte Dr. Lingens von der Uni Münster exklusiv im Gespräch mit RADIO RST. Die Region verfüge über eine gute Lage und sehr viele qualifizierte Arbeitskräfte. Eine Herausforderung sieht der Experte in der Produktion von grünem Wasserstoff, weil Unternehmen in andere Länder abwandern. Ein großer Wasserstoff-Player ist Enapter. Das Unternehmen hat eine große Produktionshalle in Saerbeck gebaut und geht jetzt erst mal nach China.