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Gefahr bei Altbau-Sanierung
© IG BAU
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Gefahr bei Altbau-Sanierung

Die IG BAU warnt vor gut 63.000 möglichen „Asbest-Fallen“ im Kreis Steinfurt. Mit der Sanierungswelle drohe eine ‚Asbest-Welle‘ auf dem Bau

Veröffentlicht: Montag, 13.11.2023 14:04

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Die IG BAU warnt vor gut 63.000 möglichen „Asbest-Fallen“ im Kreis Steinfurt, wenn Altbauten saniert werden. Gefährlich wird es, wenn bei Sanierungsarbeiten Asbestfasern eingeatmet werden, denn dann droht noch bis zu 30 Jahren später eine Asbestose mit Lungen-, Bauchfell- oder Kehlkopfkrebs.

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Keine Gefahr für Bewohnerinnen und Bewohner - solange keine Fasern freigesetzt werden

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Solange die feinen Fasern nicht freigesetzt werden, sind sie für die Menschen, die in Häusern mit Asbest wohnen, unbedenklich.

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Jeder zweite Altbau ein Asbestfall

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Jedes zweite Haus, das zwischen 1950 und 1989 gebaut, modernisiert oder umgebaut wurde, enthält höchstwahrscheinlich Asbest. In den vier ‚Asbest-Jahrzehnten‘ wurden im Kreis Steinfurt rund 63.200 Wohnhäuser mit 99.800 Wohnungen neu gebaut. Dazu kommen Gewerbegebäude, Garagen, Ställe und Scheunen in der Landwirtschaft. Die IG BAU Münster-Rheine verweist in diesem Zusammenhang auf die „Situationsanalyse Asbest“, die die Bau-Gewerkschaft beim Pestel-Institut (Hannover) in Auftrag gegeben hat.

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Asbest - die unsichtbare Gefahr

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„Asbest ist eine unsichtbare Gefahr. Alles fängt mit Baustaub und dem Einatmen von Asbestfasern an. Bauarbeiter und Heimwerker haben kaum eine Chance, diese Gefahr zu erkennen“, warnt Detlev Hopp von der IG BAU Münster-Rheine – und weiter: „Wir stehen am Anfang von zwei Sanierungsjahrzehnten. Die energetische Gebäudesanierung wird enorm an Fahrt aufnehmen. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, wird auch im Kreis Steinfurt in den nächsten Jahren ein Großteil der Altbauten ‚angefasst‘.“ Dabei bleibe es in den meisten Fällen nicht bei einer reinen Energiespar-Sanierung: „Wohnhäuser werden modernisiert, senioren- und familiengerecht umgebaut. Es wird angebaut und aufgestockt, um mehr Wohnraum zu bekommen“, so Hopp.

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„Damit Sanierungswelle nicht zu Krankheitswelle führt“

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Mit der Sanierungswelle drohe deshalb jetzt auch eine ‚Asbest-Welle‘ auf dem Bau. Der will die IG BAU mit einem Maßnahmenpaket entgegentreten. Die Bau-Gewerkschaft hat dazu eine bundesweite „Asbest-Charta“ mit zentralen Forderungen für mehr Schutz vor Asbest vorgelegt. Der 5-Punkte-Katalog kann bei der IG BAU Münster-Rheine angefordert werden: muenster@igbau.de. „Es geht dabei um bessere Informationen über Asbest-Gefahren bei Gebäuden, um die Förderung von Asbest-Sanierungen und vor allem auch um konsequenten Arbeitsschutz. Denn der bevorstehende Sanierungsboom darf nicht zu einer Krankheitswelle führen“, warnt Detlev Hopp.

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IG BAU fordert Förderprogramm „Asbest-Sanierung“

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Die Gewerkschaft fordert einen Schadstoff-Gebäudepass mit unterschiedlichen Gefahrenstufen für die jeweilige Asbest-Belastung eines Gebäudes, damit alle wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie Fliesen abschlagen, Wände einreißen oder Fassaden sanieren.

Weitere Kernforderungen sind ein KfW-Förderprogramm „Asbest-Sanierung“ mit einer Sanierungsprämie und eine Informationskampagne des Bundes und der Länder mit intensiver Asbest-Aufklärung, für ausländische Beschäftigte auch in ihrer Muttersprache.

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Gefahr ist allgegenwärtig

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Nach Angaben des stecken bundesweit 44 Millionen Tonnen asbestbelastetes Baumaterial im Gebäudebestand. In den vergangenen zehn Jahren sind nach Angaben der IG BAU 3.376 Versicherte der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) an den Folgen einer asbestbedingten Berufserkrankung gestorben – darunter allein 320 Baubeschäftigte im vergangenen Jahr.

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