
Gebremste Zuversicht
Mit gebremster Zuversicht gehen die Unternehmen im Münsterland in die nächsten Monate. Als Hauptgründe nennt die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen neben Corona den Fachkräftemangel, steigende Rohstoff- und Energiepreise und die weltweiten Lieferengpässe.
Veröffentlicht: Dienstag, 08.02.2022 14:34
Die aktuelle Konjunkturumfrage zeigt nach der Erholung im Sommer einen leichten Abwärtstrend. Grundsätzlich sei die Wirtschaft in der Region allerdings auf einem guten Weg. Schlechte Geschäfte melden nur noch 8,5% der Unternehmen. Diese Zahl ist seit langem wieder einstellig.
Vorkrisenniveau insgesamt wieder erreicht
„Insgesamt ist das Vorkrisenniveau wieder erreicht,“ sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Fritz Jaeckel am Vormittag bei der Vorstellung der jüngsten Umfrage-Ergebnisse. Das bedeute nicht, dass es keine Probleme gebe. Neun von zehn Unternehmen sind von Lieferengpässen und den daraus resultierenden Wartezeiten und Preisanstiegen betroffen.
Planung mit geringer Halbwertszeit
Erst heute Morgen habe er mit einem Ladenbauer gesprochen, der seine Planung immer wieder anpassen müsse. Grund seien Material-Engpässe und Lieferprobleme bei Vorprodukten. Einige Unternehmen erwarten Besserung noch im zweiten Halbjahr, andere erst nächstes Jahr.
Energiekosten seit 2015 vervierfacht
Auch die Energiekosten kennen nur noch eine Richtung: aufwärts. Gegenüber 2015 haben sie sich vervierfacht. All das drückt auf die Stimmung. Bei der IHK ist von gebremster Zuversicht die Rede: 60% der Unternehmen rechnen nicht mit einer deutlichen Besserung in den nächsten Monaten.
Fachkräftemangel bleibt Bremse Nummer eins
Ähnliches auf dem Arbeitsmarkt: Hier bleibt der Fachkräftemangel tatsächlich das beherrschende Thema – vor allen anderen Problemen. Zwar lag die Beschäftigung im Münsterland schon im Sommer um 3,5% über dem Stand vor der Pandemie. Allerdings würden die Firmen noch deutlich mehr Leute beschäftigen, wenn sie welche fänden – ein Problem, das es nach Corona auch noch geben wird.