
Allein die Jugendfeuerwehren haben von 2020 bis Ende letzten Jahres von 544 Mitgliedern auf 611 zugelegt. 110 davon Mädchen. Allein letztes Jahr gab es 160 Neuzugänge. Jonas Heijman aus Neuenkirchen ist 18 und schon seit fünf Jahren dabei.
Corona, Umweltkatastrophen, der Klimawandel und die vielen Kriege. Viele werden da lieber selbst aktiv, statt rumzusitzen. In den Kinder- und Jugendgruppen bekommen sie nicht nur Teamgeist vermittelt, sondern auch schon richtige Ausbildungsinhalte.
Und wer weiß, vielleicht fliegt jemand aus der Jugendfeuerwehr den Rettungshubschrauber ja später mal. Für Jonas steht nächstes Jahr erstmal der Truppmann auf dem Plan und danach die Angriffstrupp-Fortbildung – und dann mal schauen, wie es weitergeht. Dass es jetzt so viele Kinder und Jugendliche in die Nachwuchsgruppen zieht, ist ein klares Zeichen dafür, dass die aktuelle Lage was mit ihnen macht: Und da reden wir nicht über den klassischen Jungfeuerwehrmann, wo der Ur-Opa schon in der Feuerwehr war, sagt der Dezernent für Katastrophenschutz beim Kreis Steinfurt, Karlheinz Fuchs.
Bei den ganzen globalen Herausforderungen suchen immer mehr junge Menschen auch nach einem Sinn, meint Fuchs. Und dann kommen die Bilder von der Ahrtal-Katstrophe oder auch von den Überschwemmungen in Südeuropa dazu. Für die Katastrophenschutz-Organisationen ist dieser plötzliche Zulauf nicht nur eine hocherfreuliche Überraschung – sie brauchen den Nachwuchs. Nicht umsonst hat fast jeder Ort im Kreis Steinfurt eine Jugendfeuerwehr. Wer da früh anfängt, bleibt meistens dabei. Den Quereinstieg im Erwachsenenalter machen die wenigsten. Darum machen sie auch viel für ihre Jugend: Alle zwei Jahre ein Zeltlager aller Jugendfeuerwehren, zum Beispiel. Die Hälfte aller Aktivitäten bei der Feuerwehr ist für Jugendarbeit, Gruppen, Trainings und so weiter - und Kampagnen. So wachsen die Jungen und Mädchen da früh rein und werden richtig gut ausgebildet. Sehr wichtig, nicht nur in Friedenszeiten, findet Fuchs.





