
Fachkräfteeinwanderung: IHK zieht positive Zwischenbilanz
Die IHK Nord Westfalen in Münster bewertet das erweiterte Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) als wichtigen Fortschritt. Die Neuerungen bieten Unternehmen, die Fachkräfte oder Auszubildende aus Drittstaaten einstellen, mehr Handlungsspielraum und Flexibilität. Obwohl bürokratische Hürden weiterhin bestehen, erleichtern die neuen Regelungen viele Prozesse und tragen zur Fachkräftesicherung in der Region bei.
Veröffentlicht: Mittwoch, 20.11.2024 13:44
Verbesserungen für Auszubildende und Fachkräfte
Besonders für potenzielle Auszubildende aus Ländern außerhalb der EU zeigt das Gesetz Wirkung. Durch den Wegfall der Vorrangprüfung werden Ausbildungsplätze nun schneller und unkomplizierter mit internationalen Bewerbern besetzt. Dies verkürzt die Wartezeiten für Betriebe erheblich und erleichtert die Aufnahme betrieblicher Ausbildungen. In der Praxis profitieren davon Unternehmen in verschiedenen Branchen, die internationale Nachwuchskräfte für Ausbildungsberufe wie Koch, Restaurant- oder Hotelfachkraft gewinnen.
Auch qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten profitieren von erweiterten Möglichkeiten. Sie arbeiten jetzt in nicht reglementierten Berufen, ohne dass ihre Ausbildung zwangsläufig direkt mit der ausgeübten Tätigkeit übereinstimmt. Diese Regelung erhöht die Flexibilität für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen und erleichtert es Unternehmen, offene Stellen schneller zu besetzen.
Wachsende Bedeutung der Fachkräfteeinwanderung
Die IHK verzeichnet eine steigende Zahl an Anfragen von Unternehmen, die planen, internationale Fachkräfte oder Azubis einzustellen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wächst das Interesse an der Einwanderung qualifizierter Arbeitskräfte. Die IHK unterstützt Betriebe in diesem Prozess durch Beratung und die Vermittlung von Fördermöglichkeiten.
Erfolgsfaktoren für die Integration
Um die Integration internationaler Auszubildender zu sichern, hebt die IHK die Bedeutung guter Deutschkenntnisse hervor. Ein Sprachniveau von B2 wird als Voraussetzung angesehen, um den Anforderungen von Berufsschule, Prüfungen und Arbeitsalltag gerecht zu werden. Betriebe werden dabei mit Sprachkursen und weiteren Unterstützungsangeboten begleitet. Zudem betont die IHK die Wichtigkeit einer positiven Willkommenskultur, die den Einstieg in die betriebliche Ausbildung erleichtert.
Mit gezielten Maßnahmen und Beratungsangeboten möchte die IHK Nord Westfalen dazu beitragen, die Integration ausländischer Fach- und Nachwuchskräfte weiter zu fördern und den Fachkräftemangel in der Region nachhaltig zu bekämpfen.