
Erste eigene Wohnung in Rheine: Warum der Start für viele junge Erwachsene schwer bleibt
Der Schritt aus dem Kinderzimmer in die erste eigene Wohnung fühlt sich nach Freiheit an. Endlich unabhängig sein, den Alltag selbst organisieren, Besuch empfangen, die Tür hinter sich schließen. Für viele junge Erwachsene in Rheine beginnt genau da zugleich das Problem: Eine passende und bezahlbare Wohnung zu finden, ist oft alles andere als einfach. Die Stadt hat deshalb gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft, Behörden und sozialen Trägern darüber gesprochen, warum dieser Start so häufig stockt. Im Mittelpunkt stand die Frage, was junge Volljährige brauchen, damit der Weg in die erste eigene Wohnung besser gelingt.
Wenig Geld, wenig Erfahrung, wenig Wohnraum
Viele junge Erwachsene starten ohne festes Einkommen in diesen neuen Lebensabschnitt. Andere wissen noch nicht genau, worauf sie bei Mietvertrag, Nebenkosten oder Kaution achten müssen. Dazu kommt: Kleine Wohnungen sind knapp, und nicht jede Vermieterin oder jeder Vermieter möchte an junge Menschen vermieten, wenn die finanzielle Lage noch unsicher wirkt. Genau darüber haben Fachleute beim fünften Dialog zur Wohnraumsicherung gesprochen. Die Fachstelle Wohnraumsicherung der Stadt Rheine hatte dazu Vertreterinnen und Vertreter aus der Wohnungswirtschaft, von Behörden und aus sozialen Einrichtungen eingeladen. Gemeinsam haben sie geschaut, welche Hürden junge Erwachsene beim Einzug in die erste Wohnung erleben und welche Lösungen helfen können. Im Gespräch ging es auch um Wohngemeinschaften, Untervermietung und andere Wohnideen. Gerade wenn klassische Singlewohnungen fehlen, können solche Modelle den Einstieg erleichtern. Auch größere Häuser, in denen ältere Menschen freie Zimmer haben, spielten eine Rolle. Wenn dort Wohnraum geteilt wird, profitieren im besten Fall beide Seiten.
Rheine sucht Lösungen gegen Wohnungslosigkeit
Die Stadt Rheine und das Jugendamt nehmen die Ergebnisse jetzt mit in das Projekt „Zwischen Couch und Straße - junge Volljährige und Wohnungslosigkeit“. Der Titel zeigt schon, worum es geht: Manche junge Erwachsene haben keinen festen Wohnsitz und kommen mal bei Freundinnen, mal bei Freunden oder mal bei Verwandten unter. Dieses sogenannte Couchsurfing wirkt nach außen oft unauffällig, zeigt jedoch, wie schnell Wohnen unsicher werden kann. Die Ergebnisse aus dem Austausch will die Stadt Rheine im Januar 2027 auf einem Fachtag vorstellen. Dazu lädt die Stadt auch Vermieterinnen und Vermieter ein. Der nächste Dialog zwischen Wohnungswirtschaft und Sozialverwaltung soll im Mai 2027 folgen. Wer Fragen rund ums Vermieten hat, kann sich an die Fachstelle Wohnraumsicherung wenden. Die Vermietersprechstunde läuft jeden Mittwoch von 9 bis 11 Uhr. Außerdem erreicht Ihr die Fachstelle montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr oder nach Terminvereinbarung. Telefon: 05971 9436997, E-Mail: wohnraumsicherung@rheine.de. Das Büro liegt am Kardinal-Galen-Ring 98 in Rheine.