
Die Bezirksregierung Münster geht mit der Zeit. "Wenn schon alle Besprechungen in letzter Zeit per Video-Schalte laufen, dann muten wir auch den Journalisten nicht weiter zu, persönlich zu kommen," sagte Regierungspräsidentin Dorothee Feller am Nachmittag. Gemeinsam mit dem Leiter des Dezernats "Öffentliche Gesundheit", Dr. Bernhard Thülig, gab sie einen Überblick über die aktuelle Lage im Regierungsbezirk Münster.
478 Infizierte
478 Menschen im Münsterland und Westfalen-Lippe sind derzeit am Coronavirus erkrankt. Den ersten Fall gab es vor zweieinhalb Wochen in Münster. "Die Lage ist dynamisch," sagt Feller. Täglich seien neue Entscheidungen zu treffen - und die müssten angemessen und verhältnismäßig sein. Die Bezirksregierung hat ihren Krisenstab verstärkt, um jeweils einen Vertreter der Ärztekammer Westfalen-Lippe, der Kassenärztlichen Vereinigung und von der Uniklinik Münster. Es gibt engen kontakt zu den Kommissaren in den niederländischen Nachbar-Provinzen Gelderland und Overijssel.
"Schaffen das nur, wenn Alle ihre sozialen Kontakte zurückfahren."
Für Feller steht fest: "Wir können das nur schaffen, wenn Alle ihre sozialen Kontakte zurückfahren." Alternative sei, die bestehenden Maßnahmen zu verschärfen und zu verlängern. Und das wolle ja wohl keiner.
Zahlen zur Notbetreuung gibt es morgen
Nachdem Schulen und Kindergärten geschlossen haben, ist die Nachfrage nach Notbetreuung bisher gering. Zahlen gibt es morgen, spätestens am Donnerstag. Feller betonte, dass Eltern private Kindergruppen bitte lassen sollten. Es gehe ja gerade darum, sich nicht unnötig zu begegnen, um Ansteckung zu vermeiden.
Krankenhäuser in der Region gut aufgestellt
Die Krankenhäuser in der Region seien gut aufgestellt, sagte Feller. Das sieht auch Dr. Bernhard Thülig so. 760 Intensivbetten im Münsterland - das sei weit mehr als in allen anderen Bundesländern. Knapp 290 davon sind Beatmungsplätze. Auch Thülig mahnte, soziale Kontakte zu vermeiden. Dann werde die Zahl voraussichtlich reichen. Auch die Zahl der Corona-Teststellen reiche.
Labor-Kapazitäten am Anschlag
Während der Pressekonferenz der Bezirksregierung erreichte unse Redaktion die Nachricht des Kreises Steinfurt, dass am Coronatest-Container beim Mathias Spital in Rheine vorerst keine weiteren Tests mehr möglich sind. "Das Labor hat mitgeteilt, dass es keine Kapazitäten mehr hat," hieß es auf RADIO RST-Nachfrage beim Kreis Steinfurt - und weiter: "Wir klären gerade, wie es morgen weitergeht." An dem Container hatte es heute lange Schlangen von Patienten gegeben.
Bewertung der Maßnahmen erst nach der Krise
Welche Maßnahmen effektiv waren, können wir erst nach der Krise sagen, waren Thülig und Feller sich einig. Beide mahnten nochmal dazu, sich solidarisch zu verhalten, um die Risikogruppen, also alte Leute und Menschen mit Vorerkrankungen, vor dem Coronavirus zu schützen.