
In den Kindergärten in Nordrhein-Westfalen gibt es ab Montag nur noch einen eingeschränkten Betrieb. Anders als gestern auf Bundesebene angekündigt, bleiben sie jedoch grundsätzlich geöffnet. Gruppen werden voneinander getrennt und der Betreuungsumfang für jedes Kind wird im Januar um 10 Stunden pro Woche reduziert. Das hat NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Düsseldorf angekündigt. Das ist mehr als die Notbetreuung im ersten Lockdown im Frühjahr 2020. Damals standen die Kitas nur für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen offen. Stamp appellierte alerdings an alle Eltern, die beruflich und familiär dazu in der Lage seien, ihre Kinder zu Hause zu betreuen. Bund und Länder hatten gestern Abend grundsätzlich entschieden, den Lockdown wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen bis Ende Januar zu verlängern.
Wie erwartet: Schulen gehen in den Distanz-Unterricht
Auch die Schulen in NRW kehren nach den Weihnachtsferien noch nicht zum Regelbetrieb zurück. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat angekündigt, dass die Schulen ab Montag die nächsten drei Wochen in den Distanz-Unterricht gehen. Wegen der Corona-Pandemie gibt es bis Ende Januar keinen Präsenz-Unterricht. Das gilt auch für Abschlussklassen. Sollte die Umstellung mehr Zeit erforden, sind Ausnahmen möglich: Dann würde der Distanz-Unterricht erst am kommenden Mittwoch (13.01.) beginnen. Alle Schulen bieten nach Gebauers Angaben ab Montag eine Betreuung für Schüler der Klassen 1 bis 6 an, wenn sie beim Distanz-Unterricht nicht zu Hause betreut werden können oder eine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Das sei jedoch kein regulärer Unterricht.
Minister reagieren auf gestiegene Infektionszahlen
Für Gebauer und Stamp bedeutet die Entscheidung für landesweiten Distanzunterricht eine Kehrtwende. Beide hatten bisher weitgehend am Präsenzunterricht festgehalten. Gebauer hatte kurz vor Weihnachten noch einen Drei-Stufen-Plan für das Land vorgelegt, der als drittes Szenario einen landesweit eingeschränkten Schulbetrieb vorsah und den Präsenz-Unterricht zumindest für die Klassen 1 bis 7 sicherstellen sollte. Sie hatte allerdings auch angedeutet, dass es je nach Infektionslage eine weitere «Eskalationsstufe» gebe.