
E-Bikes im Kreis Steinfurt: Junge Menschen treiben den Trend
Unsere Region bleibt eine E-Bike-Hochburg. Besonders deutlich zeigt sich das im benachbarten Niedersachsen: Nach einer aktuellen Umfrage ist Niedersachsen bundesweit das E-Bike-Land Nummer eins. Im Emsland, dem Spitzenreiter im Deutschlandvergleich, besitzt mehr als jeder Zweite ein E-Bike. Auch der Kreis Steinfurt fährt vorne mit: Hier hat fast jeder Zweite ein E-Bike. Zwischen dem Emsland und dem Kreis Steinfurt liegen in der Rangliste außerdem die Grafschaft Bentheim und die Kreise Borken und Coesfeld.
Warum E-Bikes gerade für junge Menschen attraktiver werden
Im Kreis Steinfurt ist das E-Bike längst mehr als nur ein Freizeitrad. Nach dem Corona-Peak hat sich der Verkauf auf hohem Niveau eingependelt. Besonders auffällig ist, dass sich auch viele junge Menschen zunehmend für ein E-Bike entscheiden. Händler aus der Region sehen dafür mehrere Gründe: steigende Mobilitätskosten, ein verändertes Verhältnis zum Auto und Leasingmodelle, die hochwertige Räder erschwinglicher machen. Ralf Strickmann von Tippkötter Bikes in Emsdetten beobachtet, dass immer mehr junge Menschen auf E-Bikes umsteigen. Wer keinen Führerschein hat oder bewusst auf ein Auto verzichten möchte, kann viele Wege im Alltag mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem E-Bike erledigen. Hohe Spritpreise verstärken diesen Trend zusätzlich. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Bike-Leasing. Vor allem über Jobrad-Modelle können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein E-Bike vergleichsweise günstig nutzen, wenn der Arbeitgeber mitmacht. Nach Angaben aus dem Fachhandel wird inzwischen ein großer Teil der Neuräder geleast. Gerade bei hochwertigen E-Bikes, die schnell mehrere tausend Euro kosten, senkt das die Einstiegshürde deutlich. Auch bundesweit zeigt sich der Trend bei den Jüngeren besonders klar: Bei den 18- bis 29-Jährigen ist der Anteil der E-Bike-Besitzer innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen. Für viele endet der Umstieg nicht beim Ausprobieren: Wer einmal auf das E-Bike gewechselt ist, lässt das klassische Fahrrad oft dauerhaft stehen.
Gute Radwege machen den Unterschied im Alltag
Auch bei Velo De Ville in Altenberge zeigt sich ein klares Bild: Der außergewöhnliche Boom der Corona-Jahre ist auch dort vorbei, doch die Nachfrage hat sich seit rund zwei Jahren auf einem konstant hohen Niveau stabilisiert. Nach Einschätzung von Calvin Möllenkamp entfallen weiter deutlich mehr Verkäufe auf E-Bikes als auf klassische Fahrräder. Der Anteil normaler Fahrräder liegt dort nach eigenen Angaben bei unter 20 Prozent. Einen wichtigen Grund dafür sieht Möllenkamp in der Radinfrastruktur. Wo Wege gut ausgebaut sind, wird das E-Bike alltagstauglich - nicht nur für Ausflüge, sondern auch für den Weg zur Arbeit oder von Ort zu Ort. Sichere, direkte und komfortable Verbindungen machen das Pendeln attraktiver und sorgen dafür, dass das Auto öfter stehen bleibt. Gerade für Berufspendlerinnen und Berufspendler spielen E-Bikes auf solchen Strecken ihre Stärken aus. Für den Kreis Steinfurt und das westliche Münsterland ist das ein starkes Signal: Die Region gehört weiter zu den Gebieten in Deutschland, in denen E-Bikes besonders verbreitet sind. Dass mit dem Emsland, der Grafschaft Bentheim sowie den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt gleich mehrere Nachbarregionen in der bundesweiten Spitzengruppe liegen, zeigt, wie fest das E-Bike hier inzwischen zum Alltag gehört.