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Droht die Corona-Pleitewelle?
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Droht die Corona-Pleitewelle?

Fachleute rechnen mit einer Welle von Firmen- und Privat-Insolvenzen, sobald die staatlichen Corona-Hilfen wegfallen.

Veröffentlicht: Montag, 22.02.2021 11:50

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Rollt eine Pleitewelle auf uns zu, sobald die staatlichen Überbrückungshilfen wegfallen? Diese Frage stellen Fachleute sich in letzter Zeit vermehrt. Die Bundesregierung hilft in der Corona-Krise mit Kurzarbeitergelt, Überbrückungshilfen und Kreditbürgschaften. Die Bezirksregierung Münster hat bis jetzt 100 Millionen Euro bewillligt. Das hilft auch Unternehmen, die schon vor der Krise finanziell wackelig aufgestellt waren. Bei diesen Betrieben beschleunigt Corona den Niedergang. Je länger die Krise dauert, umso mehr Unternehmen und Privatleute kommen in existenzielle Schwierigkeiten. Dass merkt auch Simone Strotmeier, eine der Schuldnerberaterinnen beim Kreis Steinfurt.

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Schuldnerberaterin Simone Strotmeier: "Lage verschärft sich"
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Da kündigen sich offenbar krasse Schicksale an. Es spricht einiges dafür, dass der Lockdown doch länger dauert als bis Sonntag, weil die Virus-Mutationen die Lage nochmal verschärfen. Fachleute wie Verena Riegel von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform in Münster sagen: Vielen Unternehmen gehen auch so schon die Reserven aus.

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Creditreform prognostiziert bundesweit 24.000 Insolvenzen
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Aufschub, der sich möglicherweise bald rächt. Verena Riegel hat nicht nur die Arbeitgeberseite im Blick. Der Lockdown trifft viele Beschäftigte genauso hart.

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Schwächelnde Wirtschaft zieht Privatinsolvenzen nach sich
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Viele Privat-Insolvenzen sind untrennbar damit verbunden, was mit den Unternehmen passiert. Nach Zahlen von Creditreform gab es letztes Jahr bundesweit nur 16.300 Firmenpleiten, so wenig, wie zuletzt 1993 – und das mitten in der Krise. Spricht also einiges dafür, dass vieles nur aufgeschoben ist. Gleichzeitig kein Grund, die Staatshilfen schlecht zu reden, sagt Verena Riegel, denn sie haben die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt durchaus gestützt.

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Verena Riegel: "Staatshilfen haben durchaus geholfen"
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Vieles hängt davon ab, wie lange der Lockdown tatsächlich noch dauert. Auch im Münsterland hat Corona zu schwierigen Situationen geführt, allein dadurch, dass das Kurzarbeitergeld deutlich niedriger ist als das normale Gehalt, selbst, wenn die Chefin oder der Chef noch was drauflegt, damit die Beschäftigten besser klar kommen.

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Verena Riegel: "Münsterland war vor Corona stabil"
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Seit Beginn der Corona-Pandemie gehen die Prognosen für die Wirtschaft rauf und runter. Jetzt gerade überwiegt wieder „runter“, weil noch nicht mal feststeht, ob der Lockdown wirklich nur bis Sonntag geht. Das macht es auch so schwierig einzuschätzen, wer die Krise übersteht und wer nicht, sagt auch Wirtschafts-Expertin Nadine Riedel von der Uni Münster.

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Nadine Riedel von der Uni Münster: "Erwartungen eingetrübt"
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Genau davon hängt allerdings ab, ob es zu der befürchteten Pleitewelle kommt, von der mehr und mehr Fachleute sprechen. Für Nadine Riedel spricht einiges dafür.

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Wirtschaftsexpertin: Unternehmensverschuldung hat zugenommen
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Das gilt auch für das Münsterland, eine Region, die sonst immer für ihren stabilen Mittelstand gelobt wurde. Auch hier hat die Corona-Krise sich völlig unterschiedlich ausgewirkt.

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Nadine Riedel: "Corona-Krise trifft nicht Alle gleich hart"
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Am ehesten wird das in den Innenstädten und Ortskernen sichtbar: Hotels, Restaurants oder Kneipen, die geschlossen bleiben, weil sie es nicht durch die Krise geschafft haben. Leere Ladenlokale, noch mehr als bisher schon. Einigen ging es schon vor 2020 nicht gut. Corona wirkt als Katalysator und beschleunigt einen Strukturwandel, den es schon gab. So tragisch es für die einzelnen Betroffenen ist, insgesamt hat gerade unsere Region die Chancen, die Krise einigermaßen zu überstehen.

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