
Die ersten Flüge starten in diesen Tagen zwischen Rheine und der geplanten Konverterstation im Dorstener Ortsteil Altendorf-Ulfkotte.
Die Aufnahmen halten den Zustand des Bodens fest, bevor gebaut wird. So lässt sich später klären, ob und welche Schäden von den Bauarbeiten stammen. „Wir dokumentieren frühzeitig den Zustand des Bodens entlang unserer Trassenplanung fotografisch. Später lässt sich dann klar bewerten, ob und welche Auswirkungen die Baumaßnahmen auf den Boden gehabt haben“, erklärt Natalie Jacobs, bei Korridor B zuständig für die Planung der bodenkundlichen Baubegleitung. Zeigen die Luftbilder etwa Aufwuchsschäden oder auffällige Verfärbungen im Boden, würde Amprion bei Bedarf noch vor Baubeginn weitere Untersuchungen vor Ort anstoßen.
Witterung entscheidet über die Flüge
Wann und wo genau fotografiert wird, hängt stark vom Wetter ab. Bei Schneefall oder zu starker Sonne mit harten Schattenwürfen lassen sich nach Angaben von Amprion keine verwertbaren Aufnahmen gewinnen. Die Fotodokumentation des künftigen Arbeitsstreifens soll sich bis zum Beginn der Tiefbauarbeiten Ende der 2020er-Jahre erstrecken.
Windstrom für rund vier Millionen Menschen
Die Drohnenflüge begleiten die geplanten Trassenverläufe von Heide nach Dorsten und von Wilhelmshaven nach Hamm sowie ein Offshore-Netzanbindungssystem zur Umspannanlage Kusenhorst im nördlichen Ruhrgebiet. Das Gleichstromprojekt Korridor B umfasst die Leitungsbauvorhaben Heide/West - Polsum (Nr. 48) und Wilhelmshaven - Hamm (Nr. 49), die seit 2021 im Bundesbedarfsplangesetz verankert sind.
Umgesetzt werden sie als Erdkabel mit einer Spannung von 525 Kilovolt. Die Übertragungskapazität beträgt insgesamt vier Gigawatt. Damit kann Korridor B den Bedarf von etwa vier Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen mit klimafreundlich gewonnenem Strom aus den Küstenregionen decken. Die Trasse verläuft durch Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen.