
Dieselpreise setzen Branche unter Druck
Speditionen und Busunternehmen in der Region geraten durch die hohen Dieselpreise massiv unter Druck. Die Branche warnt, dass weitere Betriebe in Gefahr geraten könnten, wenn politische Unterstützung ausbleibt. Schon starke Preisschwankungen von einem Tag auf den anderen erschweren eine verlässliche Planung und bringen viele Unternehmen an ihre Grenzen. Aus Branchen-Kreisen heißt es, dass Dieselpreissprünge von bis zu zehn Cent innerhalb eines Tages inzwischen jede Kalkulation ins Wanken bringen. Bei einem Preis von 2,30 Euro pro Liter kostet ein voller Lkw-Tank mit 1.200 Litern schon 2.760 Euro. Viele Unternehmen müssen diese Summen zunächst vorstrecken und geben die steigenden Kosten anschließend an ihre Kunden weiter. Am Ende treffen die höheren Ausgaben auch die Verbraucherinnen und Verbraucher.
Speditionen und Busunternehmen am Limit
Jens Kötters von Nosta in Ibbenbüren spricht von einem „Spritpreis-Rodeo“. Warnende Stimmen aus der Branche sagen: „Wenn das so weiter geht, können die LKW besser stehen als fahren.“ Aus Branchen-Kreisen heißt es zudem: „So kann man nicht planen.“ Viele Unternehmer und Subunternehmer arbeiteten am Limit, die Lage sei in Teilen ein Ausnahmezustand. Zwar gebe es bei vielen festen Kunden noch Kompromissbereitschaft, doch die Belastung wachse spürbar. Auch Busunternehmen halten ihren Betrieb weiter aufrecht. Im Reiseverkehr werden Fahrten für Kundinnen und Kunden jedoch teurer. Im öffentlichen Nahverkehr verschärft sich der wirtschaftliche Druck ebenfalls. Aus Branchen-Kreisen heißt es, die Unternehmen „bringen Geld mit“. Gleichzeitig wird auf die angespannte Haushaltslage vieler Auftraggeber verwiesen.
"Schon seit Jahren im Ausnahmezustand"
Die Branche erinnert daran, dass sie schon durch Corona und die Folgen des Ukraine-Kriegs stark belastet wurde. Jens Kötters von Nosta in Ibbenbüren sagt: „Das ist fast wie vor vier Jahren, als der Ukraine-Überfall losging.“ Andere halten die aktuelle Lage für vergleichbar oder sogar noch schwieriger. Der Ärger über ausbleibende politische Reaktionen wächst. Aus Branchen-Kreisen heißt es, die Mineralölkonzerne nähmen „was sie kriegen können“ - und genau hier sehen viele Unternehmen auch das Bundeskartellamt in der Pflicht, mögliche Entwicklungen am Kraftstoffmarkt genauer in den Blick zu nehmen.
Die Forderung an die Politik bleibt daher deutlich: "Sie soll endlich zeigen, dass die Probleme der Branche sie ernsthaft interessieren."