
Die Region steht vor einer Trendwende bei den Insolvenzen. Davon gehen die Industrie- und Handelskammer Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim und die Wirtschaftsauskunftei Creditreform Osnabrück/Nordhorn aus. Bis zum Herbst sei die Zahl der Firmenpleiten noch gesunken. Das liege an staatlichen Hilfen im Corona-Jahr. Viele davon gelten seit Anfang des Monats nicht mehr.
Überschuldung + Ende der Corona-Hilfen = Insolvenz
Daran scheitern als erste die überschuldeten Unternehmen, die zuletzt noch Anspruch auf Geld vom Staat hatten. Auch die finanziellen Schäden durch Insolvenzen und die Zahl betroffener Arbeitsplätze seien gestiegen. Am gefährdetsten sind Unternehmen im Einzelhandel, im Gastgewebe, der Freizeit- und Tourismuswirtschaft oder in der Kultur- und Kreativwirtschaft, die vom Lockdown betroffen waren.
Dunkelziffer dürfte hoch sein
Viele der Betriebe in Schwierigkeiten tauchten gar nicht in der Insolvenzstatistik auf, heißt es bei der IHK. Kleine Firmen und Einzelunternehmer, die mit ihrem persönlichen Vermögen haften, werden gar nicht unbedingt Insolvenz anmelden sondern einfach ihr Geschäft aufgeben und Geld nach und nach abstottern.
Viele Privatleute Betroffen
Noch deutlich stärker als die Unternehmens-Insolvenzen sind die Privat-Insolvenzen gestiegen: Creditreform geht von einem Anstieg um 70% aus. Viele hätten noch bis zum 1. Januar durchgehalten. Seitdem ist die Restschuldbefreiung von sieben auf drei Jahre verkürzt.