
Die Grünen im Kreis Steinfurt fordern eine neue Agrarpolitik, die ökologische Betriebe stärker unterstützt als Betriebe mit Massentierhaltung. Für den Emsdettener Kreistagspolitiker Jan-Niclas Gesenhues ist klar, dass das Problem mit zu viel Nitrat in unserem Grundwasser seit Jahren verschleppt werde und hausgemacht sei. Seiner Meinung nach liege das auch daran, dass es in den Umweltverwaltungen chronisch zu wenig Personal gebe und deshalb auch nicht genug auf den Höfen kontrolliert werde, ob Düngeregeln eingehalten wurden. Die Kreisverwaltung und die Landwirtschaftskammer müssten dringend mehr Personal einstellen, das Düngekontrollen durchführt und das Problem mit den hohen Nitratwerten ernst nehmen. Das sei bisher, auch durch die starke Agrarlobby im Münsterland, nicht der Fall.
Billigfleisch vs. sauberes Trinkwasser
Die Produktion von Billigfleisch in großen Mastbetrieben sei so in Zukunft nicht mehr haltbar. Die Gesellschaft stünde vor einer wichtigen Entscheidung: "Wollen wir Billigfleisch oder unsere Gewässer und das Trinkwasser schützen?", fragt Gesenhues. Mit noch mehr Schweine-, Rinder- und Geflügelmastställen in der Region seien die Nitratwerte nicht in den Griff zu kriegen.
Verantwortung der Verbraucher
Auch Verbraucher seien indirekt für das Nitratproblem verantwortlich. Hier sei jeder Einzelne gefragt, sein eigenes Einkaufsverhalten zu überdenken, meint Gesenhues. Denn wenn die Verbraucher kein Billigfleisch mehr kaufen würden und auf nachhaltig produzierte Lebensmittel umsteigen, werde sich langfristig auch in der Landwirtschaft etwas ändern. Die Landwirte produzierten am Ende das, was die Verbraucher haben wollten. Unsere täglichen Entscheidungen beim Einkaufen hätten mehr Einfluss, als viele denken, so Gesenhues.