
Deutschlandticket - und jetzt?
Die Zukunft des Deutschlandtickets bliebt auch nach der Verkehrsministerkonferenz in Münster ungewiss. Was fehlt, ist ein dauerhafter Mechanismus zur Finanzierung und auch der Preis ist nicht abschließend geklärt. Die Verkehrsministerinnen und -minister sehen den Bund in der Pflicht.
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Seit fast einem Jahr gibt es das Deutschlandticket im Nah- und Regionalverkehr für 49 Euro im Monat. Gut elf Millionen Tickets wurden zuletzt monatlich verkauft. Der Bund zahlt bis 2025 im Jahr 1,5 Milliarden Euro - die Länder zusammen nochmal genauso viel. Das Geld von Bund und Ländern gleicht Einnahmeausfälle bei Verkehrsbetrieben durch das vergleichsweise günstige Ticket aus.
Tücken der Finanzierung
Im November hatten Kanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten vereinbart: Geld, das 2023 nicht gebraucht wurde, ist auf 2024 übertragbar. Tatsächlich ist Geld übrig, weil das Ticket erst im Mai startete - die Rede ist von 700 Millionen Euro. Auf der Grundlage dieser Zusage beschlossen die Verkehrsminister im Januar, dass der Ticketpreis in diesem Jahr stabil bleibt. Nur: Der Bund habe für eine sogenannte Überjährigkeit der Mittel - also ihre Verwendung über mehrere Jahre hinweg - bisher nicht geliefert, kritisieren die Länder. Sie fordern, dass das Regionalisierungsgesetz unverzüglich geändert wird. Sonst gebe es ein größeres Finanzierungsproblem, sagte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) als Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz. Eine Sprecherin von Bundesminister Volker Wissing (FDP) sagte, das Ministerium werde bald einen Gesetzentwurf vorlegen.
Weder Preis noch Perspektive geklärt
Wie das Ticket sich langfristig entwickelt, hängt von drei Faktoren ab: Vom Anteil des Bundes, von dem der Länder und davon, wie viele Menschen das Deutschlandticket kaufen. An dieser Dynamik hängt auch der Preis, wie es scheint.