
Deutschlandticket für alle
Schülersprecherin Stephanie und Schülersprecher Moritz vom Fürstenberg Gymnasium in Recke, waren zusammen mit Elternvertreterin Sandra bei uns im Studio. Sie machen sich dafür stark, dass das Deutschland-Ticket für alle Schülerinnen und Schüler in NRW kostenlos wird.
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.06.2024 07:28
Deutschlandticket nur für "Buskinder"
Das Thema trendet gerade in Recke und bald wohl auch in ganz NRW. Schülerinnen und Schüler des Fürstenbergs Gymnasiums in Recke, die mit dem Bus zur Schule fahren, bekommen von den Schulträgern das Deutschlandticket - und nutzen es auch nach dem Unterricht für privates Vergnügen. Alle anderen, deren Schulweg so kurz ist, dass sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad fahren, bekommen kein Ticket. Sehr ungerecht, sagen auch Schüler- und Elternvertretung des Gymnasiums. Deshalb haben sie bei der Gemeinde einen Antrag auf Kostenübernahme des Deutschlandtickets für alle Schülerinnen und Schüler gestellt. Jürgen Visse vom Kommunalbündnis Recke findet erstmal das Engagement super:
Kosten für Gemeinde Recke sind zu hoch
Jürgen Visse gibt zu, dass es ungerecht ist, das oftmals nur wenige Meter darüber entscheiden, ob ein Kind jetzt Anspruch auf ein Ticket hat oder eben keins bekommt. Deshalb versteht er das Anliegen total und unterstützt es auch. Das Problem: 765.000 Euro kostet es die Gemeinde extra, wenn sie alle Schülerinnen und Schüler mit Deutschlandtickets ausstattet.
Zu teuer. Deshalb schlägt das Kommunalbündnis eine Petition an das Land NRW vor. Im besten Fall trägt dann die Landesregierung die Kosten für die Deutschlandtickets. Jürgen Visse sagt: "Das Deutschlandticket sollte kostenfrei für alle Schülerinnen und Schüler des Landes NRW sein, da Bildung ein Grundrecht darstellt und der Zugang zur außerschulischen Bildung nicht von finanziellen Möglichkeiten oder der Länge des Schulweges abhängig sein sollte“. Weiter sagt er:
Schülerinnen und Schüler mit großem Engagement
Schülerinnen und Schüler, die mit dem Bus zur Schule fahren, bekommen also das Deutschlandticket, alle anderen bekommen kein Ticket. Eine große Ungerechtigkeit finden Schülersprecherin Stephanie und Schülersprecher Moritz. Sie zeigen im Moment sehr viel Einsatz, um hier eine annehmbare Regelung für die Zukunft zu finden.
Der Rat entscheidet am 20. Juni
Elternvertreterin Sandra Recker spricht in unserem Interview auch von einer Chancenungleichheit und nennt ein Beispiel: Mit dem Schnellbus S10 ist man sehr schnell in Osnabrück und von dort angebunden nach Münster, Bremen oder Hamburg. Freitags sind die Museen für Schülerinnen und Schüler meist kostenlos - heißt bessere Bildungsmöglichkeiten für die Buskinder, weniger für die Fahrradkinder. Deshalb hofft auch sie, dass es am 20. Juni eine positive Entscheidung gibt und der Rat zustimmt, die Petition an das Land NRW zu schicken.









