
Der Umgang mit Corona-Impfstoff, der übrig ist...
Corona-Impfstoff ist bis jetzt in viel zu geringen Mengen in Deutschland verfügbar. Trotzdem kommt es vor, dass bei Impfaktionen etwas übrig bleibt. So gelangen auch Menschen an eine Impfung, die erst Wochen oder Monate später an der Reihe wären.
Veröffentlicht: Montag, 01.02.2021 10:35
Das Impfprogramm ist teuer, die Impfdosen empfindlich und der Nachschub kommt schleppend. Deshalb wird versucht, keinen Impfstoff zu verschwenden. Problematisch wird es, wenn Menschen, die der Impfung vorher zugestimmt haben, plötzlich nicht mehr dazu bereit sind oder aus anderen Gründen absagen. Was passiert mit dem Impfstoff, wenn er einmal geöffnet wurde und nur wenige Stunden haltbar ist?
Klare Regelung durch Impfverordnung
Die Impfverordnung in Deutschland sieht eindeutig vor, das nach Prioritäten geimpft wird. Im Kreis Steinfurt sind wir noch bei der höchsten Priorität. Dazu zählen alle Menschen über 80, Pflegekräfte oder auch Mitarbeiter*innen von Rettungsdiensten. Bleibt bei einer Impfaktion in einem Pflegeheim Impfstoff übrig, wird nach einer Ersatzliste vorgegangen. Auf der stehen eben solche Menschen, die auch darauf vorbereitet sind und sofort zur Impfung kommen. Diese Fälle hat es auch im Kreis Steinfurt schon gegeben. Es gibt allerdings keine Statistik darüber, wie oft das bisher vorgekommen ist. Man achte auf jeden Fall genau darauf, dass kein Impfstoff verschwendet werde.
"Alles ist besser, als Impfstoff wegzuwerfen"
In bayerischen Kliniken ist es schon vorgekommen, dass Küchenhilfen und Verwaltungsangestellte eine Corona-Impfung bekommen haben – obwohl sie nach der Impfverordnung noch gar nicht dran waren. Gesundheitsminister Spahn aus Ahaus sagt, dass an der „festgelegten Priorisierung bestimmter Gruppen“ unbedingt festzuhalten sei. Doch im konkreten Fall sei pragmatisch zu entscheiden. Beispielsweise die Mitglieder des Impfteams zu impfen, sei besser, als etwas wegzuwerfen. In Hennef hat der 31-jährige Bürgermeister auf dem Wege eine Impfung bekommen. Das schließt zum Beispiel Bürgermeister Berthold Bültgerds für Wettringen aus.

