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Der "spanische Weg"
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Der "spanische Weg"

In Spanien planen die Gesundheitsbehörden, Corona demnächst wie eine Grippe zu behandeln – sobald die aktuelle Infektionswelle durch ist. Ein neues Kontrollsystem ist teilweise schon im Testlauf. Das neue System rechnet Stichprobenergebnisse hoch. Schon jetzt kommen die Spanier:innen nicht mehr hinterher, alle Infektionen zu melden und Kontakte nachzuverfolgen – ähnlich, wie in einigen Regionen Deutschlands.

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Damit ist es mit den Parallelen allerdings auch schon vorbei: Der Hauptunterschied zwischen Deutschland und Spanien ist, dass dort viel mehr Menschen geimpft sind als hier. Auch die Omikron-Welle ist dort drei Wochen weiter. Expert:innen sagen generell: Vergleiche von Land zu Land helfen nicht, weil die Situation überall anders ist. Welche Schlüsse Spanien aus den neuen Zahlen zieht, falls das neue System kommt, hänge von ganz anderen Faktoren ab als die Corona-Maßnahmen in Deutschland.

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Infektionszahlen nur noch stichprobenartig erfassen und dann hochrechnen, wie bei der Grippe. Ob das auch hier in Deutschland möglich ist? Der Chef der Uniklinik Münster Alex W. Friedrich ist selbst Virologe und findet eine solche Diskussion verfrüht.

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UKM-Chef Alex W. Friedrich: "Zu früh für solche Maßnahmen"
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Außerdem werde schnell übersehen, dass es den spanischen Behörden momentan nur um "Surveillance“ geht, also die Überwachung des Geschehens. Mit konkreten Schutzmaßnahmen habe das noch nichts zu tun.

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Alex W. Friedrich: "Neues Kontrollsystem - keine Maßnahmen"
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Spanien ist Deutschland in einigen Dingen voraus, sowohl beim Impfen als auch bei der aktuellen Omikron-Welle: Dort ist zu besichtigen, wie es hier in drei Wochen aussieht. Inwieweit lassen neue Entwicklungen in der Corona-Pandemie in anderen Ländern sich auf Deutschland übertragen? Pläne wie der für ein neues Kontrollsystem in Spanien werfen diese Frage immer wieder auf. Expertinnen und Experten wie Friedrich sehen das kritisch. Er geht davon aus: Auch Spanien wird jetzt keine Maßnahmen lockern. Dazu seien nicht nur die aktuellen Zahlen viel zu hoch.

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Friedrich: "Regional zur richtigen Zeit das Richtige tun"
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Friedrich stört der ständige Ruf nach einheitlichen Reaktionen auf Corona möglichst überall. Das funktioniere nicht mal innerhalb Deutschlands. Dort habe das Impfen eingesetzt, als endlich Impfstoff verfügbar war. Bei Atemwegserkrankungen sei Impfen allerdings zum Herbst/Winter hin das Sinnvollste und da müsse man auch wieder hin.

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Friedrich: "Regionale Gegebenheiten berücksichtigen"
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Für Friedrich steht fest: Jedes Land ist in einer anderen Phase der Pandemie – und das erfordert auch jeweils andere Maßnahmen. In den Niederlanden, beispielsweise, sei ab 17 Uhr bis auf Supermärkte und Apotheken alles geschlossen. Italien habe seit Samstag die Impfpflicht ab 50 und Deutschland habe 2G plus. Da gehe es nicht darum, wer die strengsten Regeln hat, sondern darum, welche Regeln welcher Lage gerecht werden. Auch die Frage, wieviele Menschen geimpft sind, sei nicht allein entscheidend sondern hänge davon ab, wann sie geimpft wurden.

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Experte Friedrich: "Der richtige Moment ist entscheidend"
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Friedrich geht davon aus, dass noch mehrere Infektions-Wellen über Europa rollen, bis die Krankheit Corona als so etwas wie die Grippe eingestuft wird.


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Alex W. Friedrich: "Das dauert noch"
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Und noch eins steht für Friedrich fest: Wirklich Ruhe ist erst, wenn alle auf der Welt grundimmunisiert sind.

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