
Cybermobbing nimmt weiter zu
Cybermobbing ist im Kreis Steinfurt ebenso präsent wie in vielen anderen Regionen Deutschlands. Das sagte ein Sprecher der Polizei exklusiv auf RADIO RST-Nachfrage. Allerdings sei Cybermobbing kein Straftatbestand. Die Polizei habe nur dann die Möglichkeit, tätig zu werden, wenn es dabei zu tatsächlichen Straftaten wie zum Beispiel Beleidigungen oder Bedrohungen kommt.
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Cybermobbing ist im Kreis Steinfurt ebenso präsent wie in vielen anderen Regionen Deutschlands. Die Initiative namens „SO DONE“ aus Rheine unterstützt Betroffene, indem sie Vorfälle von Cybermobbing überprüft und, falls nötig, juristische Schritte einleitet. Die Initiative hilft, indem sie Screenshots von Mobbing-Angriffen untersucht und diese an ihre Partnerkanzlei „SO DONE Legal“ weiterleitet, wenn eine Straftat vorliegt. Sobald die Betroffenen ein Mandat erteilen, übernimmt die Kanzlei die juristische Vertretung und kümmert sich um mögliche Entschädigungsansprüche.
Eine aktuelle Studie zeigt, dass fast 20 Prozent der Schüler in Deutschland bereits Opfer von Cybermobbing geworden sind. Das Bündnis gegen Cybermobbing stellte in Kooperation mit der Barmer Krankenkasse fest, dass über zwei Millionen Kinder und Jugendliche betroffen sind. Besonders alarmierend: 26 Prozent der Betroffenen haben Suizidgedanken geäußert, und 13 Prozent griffen aus Verzweiflung zu Alkohol oder Drogen.
Die Studie kritisiert, dass Schulen oft zu zögerlich reagieren, während Eltern und Lehrkräfte überfordert sind. Experten fordern deshalb frühzeitige Prävention sowie eine bessere Ausbildung der Lehrer. Zudem wird ein Gesetz gegen Cybermobbing gefordert, da es in Deutschland, anders als in Ländern wie Frankreich und Österreich, bisher keines gibt.