
Auf den ersten Blick ist alles wie immer in Münster: Junge Menschen mit dem Rad auf dem Weg zur Uni, die Einkaufsstraßen voller Menschen in Shopping-Laune und der Straßenverkehr, wie meistens, etwas knubbelig. Wenige Tage noch, dann ist Münster in allen Medien, denn dann treffen sich die Außenministerinnen und -minister der G7-Staaten im Historischen Rathaus des Westfälischen Friedens. Hinter den Kulissen laufen schon lange die Vorbereitungen.
Münster vor Anreise der G7-Diplomatie
Wenn die USA, Kanada, Großbritannien, Japan, Frankreich und Italien ihre Außenministerinnen und -minister nach Deutschland schicken, ist das ein internationales Ereignis der Extraklasse mit allem was dazugehört: Massives Polizeiaufgebot (3.500 Kräfte, auch aus dem Kreis Steinfurt), Sicherheitszonen rund um Dom und Prinzipalmarkt, ausgebuchte 4-Sterne-Hotels für den diplomatischen Tross, 20 Regierungsmaschinen am Flughafen Münster/Osnabrück und auch dort ein spezielles Sicherheitskonzept.
"Technische Ankunft" am FMO
Die Anreise wird unspektakulär - eine "technische Ankunft", wie es heißt: Umstieg auf dem Rollfeld vom Regierungsflieger in die Diplomaten-Limousinen. Von dort geht es in Fahrzeug-Kolonnen nach Münster. Ein protokollarischer Empfang ist nicht vorgesehen, also keine Begrüßung, keine Reden, kein roter Teppich - die Gäste kommen nicht mal ins Terminal.
Die ersten Delegationsmitglieder kommen schon einen Tag vor dem Spitzentreffen. Die Ministerinnen und Minister selbst landen am 3. November vormittags in Greven.
Sicherheitszonen in Münsters Innenstadt
Konvois mit Polizei-Eskorte haben Vorfahrt
Die Konvois der Limousinen werden kurzfristig den Verkehr stören. Sie fahren mit Polizei-Eskorte vom FMO nach Münster und nach dem Treffen wieder zurück. Die Konvois haben Vorfahrt, das heißt, alle anderen Straßen, die sie kreuzen, werden kurzfristig gesperrt und der Verkehr wartet, bis sie durch sind. Wann das genau ist, weiß jetzt noch nichtmal die Polizei, hieß es auf RADIO RST-Nachfrage in Münster. "Und wenn wir es wüssten, würden wir es nicht sagen," sagte uns eine Sprecherin - aus Sicherheitsgründen
In Münster sind Teile des Prinzipalmarkts, der Bereich um das LWL-Museum und der Domplatz gesperrt. Auch in der Altstadt ist mit Beeinträchtigungen und einigen Straßensperrungen zu rechnen. Inzwischen sind außerdem zwölf Demos angemeldet.
Alles Weitere entscheidet sich während des Treffens
Nicht auszuschließen ist, dass die Polizei weitere Bereiche abhängig vom Verlauf des Treffens vorübergehend sperrt. Dabei geht es auch darum, die Beeinträchtigungen für Menschen, die dort wohnen, so klein wie möglich zu halten. "Niemand muss seine Wohnung für den Zeitraum des Treffens verlassen," sagt Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf.
Shoppen in Münster weiter möglich
Auch Shoppen wird weiter möglich sein, nur nicht in einigen Geschäften am Prinzipalmarkt. Schon Ende September waren Beamtinnen und Beamte mit Flyern in der Stadt unterwegs, um die Menschen persönlich zu informieren. Während das Einkaufen an Salzstraße, Ludgeristraße, Drubbel und der Stubengasse grundsätzlich möglich sein wird, wird der Einzelhandel an Teilen des Prinzipalmarkts nach jetzigem Stand der Planungen an den beiden Einsatztagen nicht zu erreichen sein.


