
Wer in einer Beziehung ist, hat es möglicherweise in den letzten Monaten erlebt: Während des Lockdowns ist einem der Partner oder die Partnerin so richtig auf die Nerven gegangen. Es gab öfter Zoff Zuhause als sonst. Eine Studie im Auftrag einer Berliner Anwaltskanzlei geht sogar davon aus, dass es in Deutschland zu fünfmal mehr Scheidungen durch die Coronakrise kommt. Barbara Witte ist Paar-Beraterin bei Pro Familia in Münster. Sie beobachtet in der Beratungsstelle in der Corona-Zeit zwei unterschiedliche Dinge:
Die Corona-Zeit wirkt sich auf manche Beziehungen offenbar auch positiv aus. Bei anderen ist es jedoch umgekehrt. Paare, die vorher schon ernste Konflikte hatten, sind damit in den letzten Monaten stärker konfrontiert gewesen. Weil wir während des Lockdowns eng aufeinander gehockt haben. Es war kaum möglich, dem Partner und den gemeinsamen Problemen aus dem Wegen zu gehen:
Dass es zu fünfmal mehr Scheidungen kommt, glaubt Barbara Witte nicht. Dass sich in der Coronakrise mehr Paare trennen, hält sie jedoch für möglich. Sie sagt: "Wer Beziehungsprobleme hat und sich belastet fühlt, holt sich am besten Hilfe." Dafür gibt es Beratungsstellen wie die von Pro Familia oder Krisentelefone wie das der Telefonseelsorge.