
Ich bin Kati. Volontärin bei RADIO RST - Ihr kennt mich aus den Nachrichten, aus den Mittagsschienen oder von Instagram. Bisher bin ich ganz gut durch die Coronakrise gekommen. Ich war nicht in Quarantäne, war nicht krank und musste auch noch keinen Coronatest machen. Doch wie schnell sich das ändert, habe ich am Montag erfahren.
Die Nachricht
Ich war die letzten zwei Wochen bei einer Fortbildung, habe dort viel gelernt und eine echt schöne Zeit gehabt. Auch wenn es etwas ungewohnt war, wieder mit einer größeren Gruppe in einem geschlossenen Raum zu sitzen. Die Kursleitung hat mir Sicherheit gegeben. Die Mindestabstände wurden eingehalten, regelmäßig hat jemand gelüftet und es gab eine Maskenpflicht im Gebäude. Soweit so sicher. Anfang der Woche dann die Nachricht einer Kursteilnehmerin: Ich fühle mich krank und mache einen Coronatest.
Die Folgen
In meinem Kopf fangen sich die Gedanken an zu drehen: "Was ist, wenn sie infiziert ist? Habe ich dann auch das Virus in mir? Muss ich jemandem Bescheid geben?" Klar, denke ich, auf der Arbeit sagst du jetzt erstmal Bescheid. Ein paar kurze Nachrichten zwischen Kathleen und mir, dann ist klar: Ich gehe ins Homeoffice und mache auch einen Coronatest. Okay, erstmal durchatmen. Wo bleibst du jetzt? In der WG in Steinfurt, oder bei deinem Freund in Unna? WG-Zimmer ist sicherer... Tür zu, Aerosole und ich drin. Und die Termine, auf der Arbeit und privat, natürlich absagen. Doch....Stopp! Erstmal machst du jetzt einen Test.
Coronatest
Ich sitze also in meinem WG-Zimmer in Burgsteinfurt und google nach Arztpraxen, die einen Coronatest machen - macht nämlich nicht jede Praxis. Ich finde schließlich einen Arzt und rufe an.
"Hallo ich möchte einen Coronatest machen, ist das heute noch möglich?" "Bei uns ist echt viel los, und sie kommen natürlich auch nur außerhalb der Sprechstunde. Passt es ihnen um viertel nach 12?" "Ich bin dann um viertel nach 12 da, danke…“
Eine Stunde habe ich noch Zeit, die nutze ich, um meinen Rechner auf das mobile Arbeiten vorzubereiten und mich mit Kollegen abzustimmen. Kurzerhand wird der Dienstplan umgelegt.
Beim Arzt
Beim Arzt begrüßt mich ein Schild: Patienten mit Coronasymptomen bleiben draußen und warten im Flur. Ich bin verwirrt: Darf ich jetzt rein oder nicht? Krank fühle ich mich schließlich nicht so wirklich... oder ist da ein leichtes Halskratzen? Ich habe keine Zeit weiter darüber nachzudenken. Die Tür öffnet sich und eine Sprechstundenhilfe bittet mich rein. Ich werde direkt in ein Behandlungszimmer gesetzt. Kurze Zeit später kommt auch schon die Ärztin mit dem Coronatest in der Hand. Sie erklärt mir, dass sie einen kurzen Abstrich macht. Ab dem Zeitpunkt wo ich die Maske absetze um den Mund zu öffnen, darf ich nicht mehr sprechen. Damit mögliche Viren sich nicht so leicht ausbreiten. Der Abstrich in Rachen und Nase geht schnell und tut überhaupt nicht weh. Ich spüre bloß ein leichtes Kitzeln. Die Ärztin, in einen Ganzkörperanzug gekleidet, verabschiedet sich wieder. Mit den Worten: „Schwierige Zeiten." Und tatsächlich ist die Praxis gefühlt "voll" mit Menschen, die auf einen Test warten... Ich bleibe nachdenklich. Zumindest: Der Test ging schnell und einfach. Am Ausgang sagt mir eine Sprechstundenhilfe, dass das Ergebnis am Donnerstag oder Freitag kommt. Jetzt heißt es geduldig sein.
Das war am Anfang der Woche, seitdem sitze ich in meinem WG-Zimmer, arbeite mobil und warte ab. Die Kollegen in Rheine drücken fest die Daumen.
Homeoffice
Seit Dienstag früh bin ich jetzt schon im Homeoffice. Heute ist der vierte Tag. Auch wenn es etwas ungewohnt ist: Ich komme ganz gut voran - mit recherchieren und Insta-Storys machen. Dank Telefonkonferenz bleibe ich mit den Kollegen vernetzt und leiste meinen Teil aus der WG in Burgsteinfurt.
Warten auf das Ergebnis
Nun warte ich schon drei lange Tage auf das Ergebnis. Heute ist Tag vier. Mich stört einfach die Ungewissheit. Da ich niemandem eine „Gefahr“ sein möchte, bleibe ich in Quarantäne und übe mich in Geduld. Aus der Community bekomme ich coole Tipps wie: basteln, Filme schauen oder aufräumen.
Endlich Gewissheit
Freitag-Mittag dann das Ergebnis: negativ! Ich bin sehr erleichtert und dankbar, dass das Ergebnis noch vor dem Wochenende kam.
Trotzdem frage ich mich: Warum hat das länger gedauert als bei anderen? Die Antwort: Momentan machen sehr viele Menschen einen Corona-Test. Die Arztpraxen arbeiten mit externen Laboren zusammen und die kommen gerade mit den Auswertungen fast nicht hinterher. Wir brauchen also aktuell etwas mehr Geduld.
Ich für meinen Teil starte entspannt ins Wochenende und sage: Danke für die vielen Nachrichten über den RADIO RST-Instagram Account, sowie über Facebook.