Anzeige
China-Shops mit Tarnung
© pxhere
Teilen:

China-Shops mit Tarnung

Im Internet drohen neue Fallen: Online-Shops, die auf den ersten Blick wie deutsche Anbieter wirken, jedoch in China sitzen. Der Handelsverband warnt und hat eine Checkliste zusammengestellt.

Veröffentlicht:

Anzeige

China-Shops tarnen sich als deutsche Händler

Anzeige

Ein Online-Shop wirkt wie ein deutsches Traditionsunternehmen: ein vertraut klingender Name, eine .de-Adresse, ordentliche Produktfotos und sauber gestaltete Seiten. Vielleicht steht dort sogar etwas von Qualität, Kundennähe oder langjähriger Erfahrung. Genau das soll Vertrauen schaffen. Tatsächlich steckt dahinter in manchen Fällen jedoch gar kein Händler aus Deutschland, sondern ein Anbieter aus China. Der Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland warnt vor genau dieser Masche. Das Problem: Die Seiten sehen auf den ersten Blick seriös aus und vermitteln bewusst den Eindruck, es handele sich um ein heimisches Unternehmen. Erst nach dem Kauf zeigt sich oft, was wirklich dahintersteckt. Dann kommt eine Ware an, die anders aussieht als auf den Bildern, schlechter verarbeitet ist oder qualitativ deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Anzeige

Wenn die Reklamation zur Kostenfalle wird

Anzeige

Richtig ärgerlich wird es oft erst dann, wenn etwas zurückgehen soll. Plötzlich taucht in den Rückgabebedingungen eine Adresse in China auf. Der Rückversand kostet dann nicht selten so viel, dass sich die Reklamation kaum noch lohnt. Im schlimmsten Fall bleiben Kunden auf mangelhafter Ware und den Kosten sitzen - oder müssen viel Zeit, Geld und Nerven investieren, um überhaupt zu ihrem Recht zu kommen. Besonders unlauter ist dabei, dass viele dieser Shops gezielt mit deutschem Anschein arbeiten. Ein deutscher Name, eine .de-Domain und Formulierungen, die nach regionalem oder traditionsreichem Unternehmen klingen, lassen viele an einen Anbieter aus Deutschland denken.

Anzeige

Was helfen kann

Anzeige

Der Handelsverband hat eine Checkliste zusammengestellt, die beim Einkauf in unbekannten Online-Shops helfen kann. Sie zeigt, an welchen Stellen sich genaueres Hinsehen lohnt - besonders dann, wenn ein Shop sehr deutsch wirkt und trotzdem Zweifel bleiben.

Wichtige Punkte auf dieser Checkliste sind:

  • Impressum prüfen: Fehlen Angaben oder bleibt unklar, wer hinter dem Shop steckt, ist Vorsicht angesagt.
  • Firmensitz anschauen: Ein deutscher Name oder eine .de-Adresse sagen noch nichts darüber aus, wo das Unternehmen tatsächlich sitzt.
  • Rückgabebedingungen lesen: Entscheidend ist, wohin eine Retoure gehen soll. Führt die Rücksendung nach China, kann es schnell teuer werden.
  • Lieferzeiten ernst nehmen: Angaben von 10 bis 30 Tagen sprechen oft dafür, dass die Ware nicht aus Deutschland kommt.
  • Auf die Sprache achten: Holprige Formulierungen, Grammatikfehler oder widersprüchliche Angaben in AGB und Widerrufsbelehrung sind Warnzeichen.
  • Zahlarten prüfen: Wenn nur Vorkasse, Kreditkarte oder Kryptowährungen angeboten werden, steigt das Risiko.
  • Erfahrungen im Netz suchen: Beschwerden über schlechte Qualität, komplizierte Rücksendungen oder ausbleibende Erstattungen ergeben oft ein deutliches Bild.

Der Handelsverband betont: Schaden entsteht nicht nur durch klassische Fake-Shops. Auch Anbieter, die ihre Herkunft verschleiern und Rückgaben zur Hürde machen, benachteiligen Kunden und verschaffen sich mit deutschem Anschein einen Vorteil gegenüber seriösen Händlern, die sich an die Regeln halten.

Anzeige
Anzeige
Anzeige