
Castor-Fahrten nach Ahaus legen Pause ein
Bis Ende Juni rollt nach Angaben von Anti-Atom-Initiativen wohl kein weiterer Castor von Jülich nach Ahaus. Die Gruppen berufen sich auf gut informierte Quellen. An ihren Protesten morgen (Mi., 10.06.) in Jülich und Ahaus halten sie trotzdem fest. Sie wollen zeigen: Das Thema ist für sie noch lange nicht erledigt.
Darum hakt es bei den Transporten
Nach Darstellung der Initiativen bremsen gleich mehrere Probleme die nächsten Transporte aus. In Jülich läuft das Zusammenstellen der Castor-Konvois offenbar nicht rund. Gleichzeitig bindet die Fußball-WM im Juni viele Polizeikräfte. Dazu kommt: Bisher brachte jeder Transport nur einen einzigen Castor nach Ahaus. Genau das macht jeden Einsatz besonders aufwendig. Insgesamt geht es um 152 Castor-Behälter. Für die Gegner der Transporte zeigt die Pause deshalb klar, wie schwierig und teuer das ganze Verfahren ist. Aus ihrer Sicht schiebt die Politik den Atommüll weiter durch die Region, statt endlich eine tragfähige Lösung für die Lagerung zu schaffen.
Protest in Ahaus und Jülich
Trotz der Pause rufen die Initiativen für morgen (Mi., 10.06.) zu Protesten auf. In Ahaus startet um 18:30 Uhr am Bahnhof eine Fahrrad-Demo durch die Innenstadt. Anschließend zieht der Protest weiter zum Zwischenlager. Dort ist an der Kreuzung Schorlemer Straße / Schumacher-Ring eine Abschlusskundgebung geplant. In Jülich beginnt um 19:00 Uhr eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum. Die Initiativen fordern, die Castor-Transporte ganz zu stoppen. Statt weiterer Fahrten nach Ahaus verlangen sie eine neue Lösung für den Atommüll in Jülich und mehr Tempo bei der Suche nach einer sicheren Endlagerung.