
Vor einem Jahr haben die Pflegekräfte viel Beifall für ihre Arbeit unter Corona-Bedingungen bekommen. Der Stress ist geblieben, der Applaus ist weg. Inzwischen geben auch immer mehr Pflegekräfte ihren Job auf. Allein zwischen Anfang April und Ende Juli letzten Jahres waren es in Deutschland etwa 9.000, zeigen Daten der Bundesagentur für Arbeit. Besonders betroffen ist die Krankenpflege in den Kliniken, danach kommt die Altenpflege.
Die Caritasverbände im Kreis Steinfurt und der Sozialdienst katholischer Frauen haben jetzt ein neues Job-Portal gestartet. Detlev Becker von der Caritas Tecklenburger Land sagt, dass das nicht an einer Jobflucht liegt.
Viele junge Menschen sind allerdings nicht mehr von den Arbeitsbedingungen oder auch dem Gehalt im Pflegeberich überzeugt. Eine Pflegefachkraft bei der Caritas verdient zwischen 2.500 und 3.300 Euro im Monat. Dazu kommen Zulagen von 200 bis 400 Euro.
Aktuell werden von den Caritasverbänden und dem Sozialdienst katholischer Frauen im Kreis Steinfurt fast 40 Stellen angeboten. Die meisten aus dem Bereich Pflege. Zum Job-Portal geht es hier.
Mehr Geld für Pflegekräfte?
Der Deutsche Pflegerat fordert ein Einstiegsgehalt von 4.000 Euro. Rolf Cleophas ist bei der ak.mas, der Mitarbeiterseite Arbeitsrechtliche Kommission Deutscher Caritasverband. Die handelt die Tarifverträge mit der Caritas aus. Er glaubt nicht daran, dass sich da schnell was ändert.
Insgesamt sind die Gehälter in der Pflege sehr unterschiedlich – je nach Bundesland, in welchem Pflegebereich jemand arbeitet und ob es einen Tarifvertrag gibt oder nicht. Mehr Geld hält Cleophas für gerechtfertigt.







